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Themenkomplex Amerikanischen Faulbrut: AFB-Monitoring und weitere Informationen

Datum: 22.07.2016   Autor: A. Schierling

Die Amerikanische Faulbrut (AFB) ist eine hochansteckende, anzeigepflichtige Tierseuche, die eine ernstzunehmende Bedrohung für Bienenvölker darstellt. Nehmen Bienen-Larven Sporen des Erregers auf, so vermehrt sich das Bakterium zunächst im Darm der Larven. Einige Tage später befallen die Erreger die Leibeshöhle der Larve und töten diese ab. Die toten Larven werden vollständig zersetzt und enthalten dann Milliarden neue Sporen.
Die Sporen sind stabil gegenüber hohen und tiefen Temperaturen sowie vielen chemischen Desinfektionsmitteln. In Honig können sie 3 - 10, in den eingetrockneten Schorfen verendeter Larven problemlos bis zu 30 Jahre lang infektiös bleiben.


Zeitpunkt der Entnahme von Futterkranzproben zur Analyse

Grundsätzlich können Futterkranzproben immer dann entnommen werden, wenn die Witterung ein Öffnen der Bienenvölker zulässt. Dennoch existieren ungeeignete, weniger geeignete sowie besonders gut geeignete Zeitpunkte für eine Beprobung.

Als ungeeignet für die Futterkranzbeprobung müssen Zeiträume mit herrschenden Massentrachten bezeichnet werden, denn dann werden täglich größere Mengen Futter in die Bienenvölker eingetragen. Werden unter diesen Bedingungen Futterkranzproben gezogen, so handelt es sich vielfach um mehr oder weniger frisch eingetragenen Nektar. Hier sind keine Sporen des Erregers der AFB zu erwarten. Sollten sich in den Völkern doch geringe Sporen-Mengen befinden, so kommt es zu starken Verdünnungseffekten und deshalb reduzierter Nachweisbarkeit des Erregers. Folglich sind Futterkranzanalysen, in denen keine Sporen feststellbar sind, nach intensivem Futtereintrag kaum aussagekräftig. Gleiches gilt für eine Beprobung nach vorhergehender Fütterung von Bienenvölkern.

Außerhalb der genannten Zeiträume ist in der Regel ein aussagekräftiges Ergebnis der Futterkranzanalyse zu erwarten. Die Aussagekraft lässt sich aber noch erheblich steigen, indem die Probennahme in trachtarme Phasen verlegt wird (optimalerweise zwischen Honigernte im Sommer und der Auffütterung für den Winter). Hier findet der größte Austausch zwischen Bienenvölkern statt (Räuberei). Weiterhin werden auch andere "alternative Futterquellen", wie z.B. bienenzugängliche Honigfässer o.ä. intensiv beflogen. Somit erhalten die Ergebnisse der Futterkranzanalysen auch eine gewisse Aussagekraft über mögliche Sporenquellen im Flugradius der beprobten Völker.
Für systematische Beprobungen ganzer Regionen mit dem Ziel einer Flächenaussage (AFB-Monitoring, s.u.) sind nur Beprobungen in diesen Zeiträumen sinnvoll.

Monitoring-Programm zur Amerikanischen Faulbrut (AFB-Screening)

Bienenvölker stehen über Verflug und Räuberei in ständigem Austausch untereinander. Werden Bienenstände in Abständen von 5-10 km beprobt, so kann mittels weniger Proben die Verbreitung von Sporen des Erregers der Amerikanischen Faulbrut (Paenibacillus larvae) in einer ganzen Region abgeschätzt werden. Dieses Verfahren bietet sich z.B. für die Überwachung eines Verbandsgebiets von Imker-Kreisverbänden an.
Sollten Sie im Zuge eines Monitorings eine größere Anzahl an Proben einsenden wollen, informieren Sie uns bitte bereits im Vorfeld über Ihr Vorhaben. Das Vorgehen bei einem Flächenmonitoring zur Vorbeugung der Amerikanischen Faulbrut ist im Merkblatt Faulbrutscreening beschrieben.

Merkblatt: Faulbrutscreening

Informationen zur Pobennahme finden Sie in der Liste unserer Merkblätter. Die Ergebnisse des AFB-Monitorings der letzten Jahre sind in der Rubrik Fachbeiträge einsehbar.

Futterkranzanalyse positiv - was nun?

Sollten in Ihren Völkern Sporen von Paenibacillus larvae nachweisbar sein, besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf. Je nach Anzahl der Sporen im Futter und Zustand der Völker kann die Seuchenbekäpfung jedoch durchaus völkererhaltend durchgeführt werden (Kunstschwarmverfahren etc.). Im folgenden Beitrag können Sie sich über den Umgang mit sporenbelasteten Völkern informieren.

Umgang mit durch Sporen von Paenibacillus larvae belasteten Völkern