Newcastle Disease – Eine fast vergessene Tierseuche
Die Newcastle Disease (ND) ist eine hochansteckende, anzeigepflichtige Viruskrankheit des Geflügels und bleibt auch in Bayern eine ernstzunehmende Bedrohung. Besonders betroffen sind Hühner und Puten; Jungtiere reagieren oft besonders empfindlich. Trotz bestehender Impfpflicht kann es weiterhin zu Ausbrüchen kommen – auch in geimpften Beständen. Die Impfung schützt vor allem vor schweren Krankheitsverläufen und hohen Verlusten, verhindert aber nicht immer Infektion und Virusausscheidung.
Typische Anzeichen einer Newcastle-Disease-Infektion sind Atemwegssymptome, Abgeschlagenheit, Leistungsabfall und bei Legehennen vor allem ein plötzlicher Einbruch der Legeleistung. Häufig verändern sich auch die Eier: Braune Eier können heller werden, die Schalen dünner oder unregelmäßig. Bei korrekt geimpften Legehennen können die Symptome sehr mild sein. In Mastbeständen kann die Erkrankung deutlich schwerer verlaufen, mit starker Atemnot, grünlichem Durchfall und erhöhter Sterblichkeit. Da sich das Virus oft innerhalb weniger Tage im Bestand ausbreitet, ist eine frühe Erkennung entscheidend.
Als mögliche Eintragsquellen gelten insbesondere Tierbewegungen wie Junghennen- oder Kükenverkehr, kontaminierte Schlachtkisten und Packmittel, externe Personen wie Fängertrupps, Kadaverfahrzeuge sowie mechanische Überträger wie Fliegen. Auch Transportmaterial, Staub, Einstreu oder Mist können bei unzureichender Hygiene eine Rolle spielen.
Für die Praxis bedeutet das: Impfung und Biosicherheit müssen konsequent zusammen gedacht werden. Wichtig sind eine strikt eingehaltene Hygieneschleuse, betriebseigene Stallkleidung, gründliche Reinigung und Desinfektion von Transportmaterialien, Kontrolle betriebsfremder Personen sowie eine wirksame Fliegenbekämpfung. Kadaver sollten möglichst weit entfernt vom Stall und idealerweise gekühlt oder gefroren gelagert werden.
Besonders wichtig: Bei deutlichem Legeleistungsrückgang oder erhöhter Sterblichkeit muss Newcastle Disease immer mitgedacht und rasch amtlich abgeklärt werden. Nur frühes Handeln hilft, weitere Ausbreitung und schwere wirtschaftliche Schäden zu begrenzen.
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