Todesursachen für Wildtiere in Süddeutschland

Wildtiere wie Hasen, Füchse oder Rehe sagen viel über den Zustand unserer Natur aus – und darüber, welche Krankheiten möglicherweise auch für uns Menschen gefährlich werden könnten. Doch woran sterben sie eigentlich?

Um das herauszufinden, haben wir 2.118 tote Wildtiere genauer untersucht, die zwischen 2019 und 2023 bei den staatlichen Untersuchungsämtern in Süddeutschland eingeliefert wurden. Es ist die erste so umfassende Auswertung dieser Art in Deutschland und wurde vom Institut für Pathologie der LMU in Zusammenarbeit u.a. mit der Pathologie des Tiergesundheitsdienstes Bayern e.V. erstellt.

Am häufigsten landeten Feldhasen, Füchse, Rehe und Wildschweine auf dem Untersuchungstisch. Die meisten Tiere starben an Infektionskrankheiten: Feldhasen litten oft an der Hasenpest oder dem sogenannten Hasenseuche-Virus, Wildkaninchen an der Chinaseuche und Füchse häufig an Staupe – einer Viruserkrankung, die in manchen Regionen gehäuft auftrat.

Die zweithäufigste Todesursache waren Unfälle, insbesondere Zusammenstöße mit Autos. Besonders viele Tiere starben im Frühjahr, vor allem ausgewachsene Tiere.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Mensch beim Tod vieler Wildtiere eine große Rolle spielt – sei es durch den Straßenverkehr oder durch veränderte Lebensräume. Untersuchungen wie diese helfen dabei, Tiere besser zu schützen, den Wildbestand zu pflegen und frühzeitig zu erkennen, ob sich Krankheiten ausbreiten, die auch Haustiere oder Menschen betreffen könnten.  Mehr dazu im Frontiers Journal