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Legehennenvortragsveranstaltungen 2017 & 2018

Datum: 12.12.2018   Autor: Dr. H. Salisch

Für Legehennenhalter in Franken und Bayern fanden unter Schirmherrschaft der LLA Triesdorf und der Geflügelerzeugergemeinschaft Schwaben e.V. am 19.10.2017 und 30.10.2018 in Weidendorf-Triesdorf (als Teil der Geflügeltage) und 23.11.2017 und 24.10.2018 in Grub Fortbildungsveranstaltungen statt:

Bei den 2017er Tagungen „Legehennenhaltung im Focus“ standen die Fütterung (Dr. Damme u. Fr. Nagel), Ergänzungsfuttermittel (Dr. Salisch), Federpicken und Kannibalismus (Dr. Hildebrand u.a.) und Salmonellen (Fr. Dr. Hirsch) auf dem Programm. Die 2018er Tagungen “Aktuelles aus der Geflügelhaltung“ befassten sich mit den Themen Campylobacter (Dr. Hildebrand), Milbenbekämpfung mit Exzolt (Fr. Rehage), Auswirkungen der Hausapotheken-Verordnung für den Landwirt (Fr. Dr. Silinski-Mehr), MuD Tierschutz und Einstreumanagement (Herr Strauß und Herr Vogler), Licht im Geflügelstall (Prof. Dr. Andersson) und Langzeitprojektergebnissen des GGD (Dr. Salisch).

Der Vortrag von Herrn Vogler ist (wie weitere) über die homepage der LLA Triesdorf (https://triesdorf.de) einsehbar. Dort rechts am Bildschirm „weitere Nachrichten“ anwählen, unter „Aktuelle Nachrichten“ scrollen bis „Geflügeltag 2018“ und hier „weiterlesen“ anwählen.

Allen Sponsoren, an der Organisation beteiligten Helfern und den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf wird an dieser Stelle ausdrücklich gedankt.


Vorträge Geflügelerzeugergemeinschaft Schwaben e.V. 2018

Rehage. Was ist zu beachten bei der Behandlung der roten Vogelmilbe über das Trinkwasser? Mit Fluralaner (Exzolt®) ist ein über das Trinkwasser zu gebendes Arzneimittel neu auf dem Markt. Saugen rote Vogelmilben Blut behandelter Hennen, werden Sie unfruchtbar und sterben wenige Tage später. Nachrückende Milbenstadien, die noch kein Blut saugen, machen eine weitere eintägige Behandlung erforderlich. Bei gleichzeitiger Behandlung aller Hühner am Standort kann Milbenfreiheit erreicht werden, was mit Desinfektionsmitteln oder Steinmehl nicht zu schaffen ist.

Silinski-Mehr. Die neue TÄHAV - was ändert sich für den Landwirt? Für intensivere Kontrollen der Anwendung mit dem Ziel der Reduzierung der Anwendung von Antibiotika oder deren Mengen müssen auf dem Tierärztlichen Arzneimittelabgabe- und Anwendungsbeleg (AAB) neuerdings das Gewicht der Tiere und das Datum der Diagnostik eingetragen werden. Der Kombibeleg kann (muss aber nicht) rechts vom Landwirt für die Eintragung der Daten zur Anwendung genutzt werden und wird dann Teil des Bestands-buches. Alternativ wird das Bestandsbuch in gewohnter Form geführt.

Andersson. Licht im Geflügelstall - was muss, kann, soll man aktuell umsetzen? Flackerfreies und mit breiterem Spektrum vogelgerechteres Licht sind wichtig für das Wohlbefinden, die Unterscheidung von Artgenossen und die Futterwahrnehmung. Die Entwicklung neuer Leuchtmittel verläuft rasant. Untersuchungen zu Ihrem Einfluss auf das Tier geben ständig neue Anhaltspunkte, was optimal für Hühner oder Puten ist. Die neuesten und besten Leuchtmittel sind sehr teuer, sollten aber in wenigen Jahren günstiger werden.

Strauss. Aktuelles zum Einstreumanagement. In der Rubrik „von Landwirten für Landwirte“ wird über Eigenschaften verschiedener Einstreu-Materialien und praktische Einstreupflege berichtet. Lignocellulose, Kalk und insbesondere im Winter eine ausreichende Ablüftung von Feuchte helfen die Einstreu locker zu halten. Daneben werden Ergebnisse des Modell- und Demontrationsvorhaben (MuD) Tierschutz vorgestellt. Hennen brauchen intensivere Tierbeobachtung, wechselndes Beschäftungsmaterial und attraktives und hochwertiges Futter.

Hildebrand. Campylobacter - das neue Schreckgespenst in der Geflügelhaltung? Durchfallerkrankungen verursacht durch Campylobacter spp. beim Menschen kommen häufiger als solche nach Salmonellen vor. Die Bekämpfungsprogramme werden verschärft. Bei Fleisch gibt es ein step down-Programm mit Höchstwerten an Campylobacter pro Gramm und Anzahl positiver Proben. Ungeregelt ist der Umgang mit Camypolobacter bei Nachweis auf Eischalen. Küchenhygiene ist wichtig. Vierbeinige Haustiere sind häufig Überträger von Campylobacter.

Salisch. Vorstellung der Projektergebnisse der letzten Jahre. Nach einer Darstellung der Gliederung der vom BStMELF und der BTSK geförderten Projekte des GGD wird auf Ergebnisse und Tendenzen eingegangen. Die Trinkwasser-qualität bleibt ein wichtiges Thema. Atemstörungen und systemische Infektionen, gefolgt von einer Reduzierung der Legeleistung, haben neben einer E. coli- oft auch eine Mykoplasmen-beteiligung. Durch spezielle Untersuchungen wird den Landwirten die Möglichkeit geboten die Wirksamkeit ihrer stallspezifischen E. coli-Impfstoffe gezielt zu verbessern.

Vorträge Geflügelerzeugergemeinschaft Schwaben e.V. 2017

Damme. Art- und fachgerechte Fütterung der Legehennen. In einem großen Übersichtsreferat werden das Verdauungssystem der Legehennen, die Struktur und Wertigkeit von Futterkomponenten und Strategien der Fütterung (von der hofeigenen Mischung bis zur 3 Phasen-Fütterung) dargestellt. Die Möglichkeit zu selektivem Fressen (zu wenig mittelgroße Partikel) kann ebenso wie Futtermängel der Gesundheit, der Legeleistung und der Beschaffenheit des Gefieders schaden.

Salisch. Ergänzungsfütterung - eine sinnvolle Maßnahme. Der TGD bietet ein breites Angebot an Ergänzungsfuttermitteln an. Es wird ein Überblick gegeben, welche Mittel für welche Anwendungsziele verwendet werden, warum nicht alles was wirksam ist auf dem Etikett detailliert deklariert werden muss und wie die Mittel über die Tränke und Fütterung praktisch angewandt werden. Allgemeine Gesunderhaltung und eine schnelle Reaktion auf Stresssituationen stehen im Vordergrund.

Hildebrand. Kannibalismus und Federpicken - Maßnahmen zur Vorbeugung und im Ernstfall. Mit dem Verbot der Einstallung schnabelkupierter Legehennen ab dem 01.01.2017 haben die Probleme mit Federpicken und Kannibalismus auf vielen konventionellen Betrieben zugenommen. Mehr Angebot an Beschäftigungsmaterial und gelegentlich die Gabe beruhigender Ergänzungsfuttermittel reichen nicht. Stallklima (v,a, Feuchte, Temperatur), Licht, Art des Haltungssystems, genetische Unterschiede und viele andere Faktoren spielen eine Rolle.

Hirsch. Positiver Salmonellenbefund - was tun? Ein Nachweis von Salmonellen der Kategorie 1 bei Eigenkontrollen oder amtlichen Unter-suchungen im belegten Stall bei gleichzeitigem Behandlungsverbot gegen Salmonellen hat schwerste wirtschaftliche Folgen für Legehennenbetriebe. Selbst bei vorzeitiger Verwertung der Herden sind solche Fälle auch psychisch eine Belastung. Alle übrigen Salmonellen sind ebenfalls bis zur Abklärung problematisch. Ihr Geflügeltierarzt und ggf. ein Fachanwalt können Ihnen helfen.