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Notfallzulassung Cruiser 600 FS: Saatgutbeizung bei Zuckerrüben - kostenfreie Honiganalyse

Datum: 19.03.2021   Autor: A. Schierling

Mit dem Zulassungsbescheid vom 23.12.2020 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Beizung von Zuckerrübensaatgut mit dem Pflanzenschutzmittel "Cruiser 600 FS" (Wirkstoff Thiamethoxam) per Notfallzulassung genehmigt. Hintergrund ist ein starkes Auftreten von Pflanzenviren (Vergilbungsvirus) übertragenden Blattläusen in 2020, das erhebliche Ertragsverluste zur Folge hatte. Das gebeizte Saatgut darf nur unter strengsten Auflagen in vorab definierten Regionen in Franken ausgebracht werden. Die Bienensachverständigen in den betroffenen Regionen werden von Südzucker über die Aussaat informiert. Potentielle Auswirkungen des Wirkstoffeinsatzes auf Honigbienen werden durch das Institut für Bienenkunde und Imkerei überwacht. Weiterführende Informationen finden Sie hier: Bayer. Landesanstalt für Landwirtschaft

Zusätzlich zu den gesetzlichen Regelungen hat das Bayerische Staatministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) festgelegt, dass Imkernde aus den betroffenen Regionen eine vollständig aus Fördermitteln des Freistaates Bayern finanzierte (d.h. kostenfreie) Analyse ihres Honigs auf Rückstände von Neonicotinoiden inklusive Thiamethoxam beim TGD Bayern e.V. durchführen lassen können.

Für die geförderte Analyse ist ein gesonderter Untersuchungsantrag erforderlich, auf dem die Auftraggebenden bestätigen müssen, dass sie Bienenvölker in der Umgebung von Feldern, die mit Thiamethoxam gebeiztem Zuckerrüben-Saatgut bestellt wurden (3 km Radius), besitzen und dass der eingesandte Honig von diesen Völkern stammt. Das StMELF behält sich eine mögliche Überprüfung dieser Angaben vor.
Den entsprechenden Untersuchungsantrag finden Sie hier: Untersuchungsantrag Neonicotinoide Zuckerrüben

Information über mit gebeiztem Saatgut bestellte Flächen für Imkernde:
Die Pflanzenschutzdienste der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach, Bayreuth und Würzburg halten Listen über die Flächen vor, auf denen das gebeizte Zuckerrübensaatgut ausgebracht wurde. Diese Listen werden interessierten Imkernden auf Anfrage (am besten per Mail) zur Verfügung gestellt. Die folgenden Links führen Sie direkt zu den Kontakt-Seiten der genannten Ämter:


Probenmaterial:
Bitte senden Sie für die Analyse mindestens 100 g Honig in einem sauberen, dicht schließenden Gefäß (vorzugsweise Honigglas oder Probenbecher) ein. Die Konsistenz des Honigs ist unerheblich.

Bitte beachten Sie:
Die vollständige Kostenübernahme ist auf eine Honigprobe pro Imkerin oder Imker in 2021 beschränkt. Der Wohnsitz der Einsendenden muss in Bayern liegen. Die geförderte Analyse kann nur beim TGD Bayern e.V. erfolgen.
In wie weit das Programm in 2022 fortgesetzt wird, wird in Abhängigkeit der Ergebnisse der Analysen der Proben aus 2021 entschieden.

Verhalten bei Vergiftungserscheinungen an Bienenvölkern:
Um den Kontakt von Bestäuberinsekten mit dem Wirkstoff Thiamethoxam im Zusammenhang mit der Aussaat des gebeizten Saatguts zu verhindern, erfolgen umfangreiche Risikominimierungsmaßnahmen. Sollten Sie dennoch Vergiftungserscheinungen an Bienenvölkern feststellen, kontaktieren Sie bitte zeitnah ihren Bienensachverständigen und informieren Sie sich hier über das weitere Vorgehen: Untersuchungsstelle für Bienenvergiftungen - Was tun im Schadensfall


Titelbild: Gilles San Martin unter CC BY-SA 2.0