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tiergesundheitsdienst bayern e.V.

Kompe­tenz und Erfah­rung in Tier­gesund­heit und Lebens­mittel­sicher­heit

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Bienengesundheitsdienst: Laufende und geplante Projekte

Datum: 31.03.2021   Autor: A. Schierling

Neben den allen Imkerinnen und Imkern Bayerns gefördert zur Verfügung stehenden Routineanalysen führt der BGD mitunter auch Untersuchungen innerhalb speziell aufgelegter Projekte durch. Hierunter fallen z.B. Monitorings zu Bienenkrankheiten oder Rückständen in Bienenprodukten sowie die Klärung neu auftretender Fragestellungen. Unabhängig von Probenmaterial oder Untersuchungsmethode werden die anfallenden Analysekosten i.d.R. vollständig durch Fördermittel gedeckt.
Entsprechende Projekte werden in diesem Beitrag angekündigt. Imkerinnen und Imker können sich nach der Ankündigung der Projekte um die Teilnahme bewerben. Die Teilnehmenden werden anschließend durch den BGD ausgewählt. Den Entscheidungen liegen hierbei primär die Erfüllung vorab definierter Voraussetzungen durch die Interessierten und der Zeitpunkt der Bewerbung zugrunde. Ist die Maximalzahl an Teilnehmenden erreicht, können auch keine weiteren Imkernden mehr für das Projekt berücksichtigt werden.
Die Finanzierung der Analysen für die gelisteten Projekte erfolgt mit Fördermitteln des Freistaates Bayern über das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Die Projektteilnahme ist deshalb Imkernden mit Wohnsitz in Bayern vorbehalten.

Hinweis:
Für Voranmeldungen von Proben und Bewerbungen um eine Projektteilnahme müssen unter Umständen personenbezogene Daten von Interessenten erhoben und gespeichert werden. Bitte nehmen Sie hierzu vor der Kontaktaufnahme unsere Datenschutzerklärung zur Kenntnis.


Prüfung der Wirksamkeit imkerlicher Maßnahmen zur Therapie klinischer CBPV-Infektionen (2021)

In den Jahren 2019 und 2020 konnte in deutschen Bienenvölkern eine starke Zunahme klinischer Ausbrüche der Chronischen Bienenparalyse (Chronische-Bienenparalyse-Virus, CBPV) festgestellt werden. Die Erkrankung führt mitunter zu intensivem Totenfall bis hin zum kompletten Volkszusammenbruch.
Die Übertragung des Virus von Bienen zu Biene erfolgt vorwiegend über Körperkontakt. Als Gegenmaßnahme wird deshalb empfohlen, die infizierten Bienen aus den Völkern zu eliminieren, um so die Infektionsketten zu unterbrechen. Dies kann z.B. durch Abfegen betroffener Völker ähnlich der Behandlung drohnenbrütiger Völker erfolgen, wobei in diesem Fall am alten Standort eine neue Beute aufgestellt wird, in die die gesunden Bienen zurückfliegen. Auch weitere Maßnahmen werden diskutiert.

Bislang wurde der Erfolg von Gegenmaßnahmen bei CBPV-Ausbrüchen nicht wissenschaftlich geprüft. In einem Kooperationsprojekt zwischen dem Institut für Bienenkunde und Imkerei der LWG Veitshöchheim, der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf, der Fachberatung für Bienenzucht des Bezirks Oberbayern und dem BGD soll die Wirksamkeit der oben genannten Maßnahme zur Sanierung CBPV-positiver Bienenvölker nun evaluiert werden.
Imkernde, die typische Symptome einer CBPV-Infektion an ihren Völkern feststellen, werden gebeten 15-20 symptomatische Bienen unter Beachtung des Merkblatts zur Analyse von Bienenvirosen zum BGD einzusenden. Bestätigt sich der CBPV-Verdacht, so kann der BGD einen Kontakt zwischen Imkerin oder Imker und der staatlichen Fachberatung für Bienenzucht herstellen. Die Fachberatung begleitet anschließend die Sanierung und Beprobung der betroffenen Völker im Rahmen des Projekts.

Das Versuchskonzept finden sie hier.
Für die Teilnahme an diesem Projekt ist keine Voranmeldung erforderlich.

Weitere Informationen und Symptombeschreibungen zur Chronischen Bienenparalyse und CBPV finden Sie hier sowie im Artikel zu Virosen der Honigbiene in der Rubrik Wichtige Erkrankungen der Honigbiene: Symptome und Gegenmaßnahmen.

Monitoring der Rückstandsbelastung von Bienenvölkern in Hopfenbauregionen (2021)

Verglichen mit weiteren Ackerkulturen werden im Hopfenanbau deutlich häufiger Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Hopfen selbst ist windbestäubt und deshalb für Bienen nicht attraktiv. Durch die Abdrift von Pflanzenschutzmittel auf angrenzende Flächen oder auf blühende Untersaaten innerhalb von Hopfengärten können blütenbestäubende Insekten jedoch mit den Wirkstoffen in Kontakt kommen. Um zu prüfen, in wie weit Honigbienenvölker tatsächlich betroffen sind, sollen Bienenvölker im Umfeld von Hopfengärten beprobt werden. Die entnommenen Proben (Bienenbrot) werden rückstandsanalytisch untersucht und mit Proben von Völkern aus Ackerbauregionen ohne Hopfenanbau verglichen.

Das Versuchskonzept mit weiteren Informationen und Teilnahmebedingungen finden sie hier.

Die für das Projekt veranschlagte Teilnehmerzahl ist bereits erreicht. Sollten Sie Interesse an einer Projektteilnahme haben, bitten wir Sie dennoch mit uns Kontakt aufzunehmen. Gerne nehmen wir Ihre Daten auf und melden uns bei Ihnen, sollten angemeldete Teilnehmerinnen oder Teilnehmer kurzfristig von Ihrer Anmeldung zurücktreten.

Dr. Andreas Schierling
Tel. 089 9091 231
E-Mail

andreas.schierling(_AT_)tgd-bayern.de


BGD-Labor
Tel. 089 9091 344
E-Mail

Titelfoto Hopfen: T. Hofstetter

Stadt-Honig vs. Land-Honig: Vergleich der Belastung durch Schwermetalle und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (2021)

Im Projekt "Vergleich der Schadstoffbelastungen von Stadt- und Landbienen" wurde Blütenpollen bzw. Bienenbrot aus Bienenvölkern von Stadtstandorten und aus dem ländlichen Raum u.a. bezüglich Kontaminationen durch Schwermetalle und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht. Hierbei zeigten sich in den Proben aus Stadtgebieten signifikant höhere Gehalte an Blei als in den Proben aus dem ländlich geprägten Regionen. Honige wurden im Rahmen des Projekts nur vereinzelt geprüft, so dass hier keine abschließende Bewertung stattfinden konnte.
In einem weiteren Projekt wollen wir nun eine Datenbasis für den Schwermetall- und PAK-Gehalt in bayerischen Honigen generieren und auch hier „Stadt- und Landstandorte“ vergleichen. Für das Projekt suchen wir aktuell Imkereien, die uns Honigproben zur Verfügung stellen können (Teilnahmevoraussetzungen s.u.). Alle Analysen im Zusammenhang mit dem Projekt werden aus Fördermitteln finanziert und erfolgen somit ohne Kosten für die teilnehmenden Imkereien. Die Ergebnisse der Analysen werden den Einsender*innen mitgeteilt.

Teilnahmevoraussetzungen:

Grundsätzlich gilt:

  • Teilnehmen können nur Imkerinnen und Imker mit Wohnsitz in Bayern (Voraussetzung für Förderung).
  • Die Teilnahme erfordert eine Voranmeldung. Bitte kontaktieren sie deshalb vor der Probeneinsendung den BGD und lassen Sie sich in die Teilnehmerliste aufnehmen (Kontakt s.u.).
  • Optimalerweise stehen immer eine Honig-Probe aus dem Frühjahr und eine Probe aus dem Sommer (Sommer- oder ggf. Spättracht, falls vorhanden) pro teilnehmender Imkerei zur Verfügung (bitte Schleuderdatum angeben).
  • Die für die Analysen nötige Honigmenge beträgt mind. 200 g Honig pro Probe (geklärt und abgeschäumt).
  • Jeder Einsendung muss ein ausgefüllter Untersuchungsantrag mit Zustimmung zur Datenschutzerklärung des TGD Bayern e.V. beiliegen. Auf dem Antrag unter „sonstige Untersuchungswünsche“ bitte den Begriff „Stadt-Land-Vergleich Honig“ angeben.
  • Die Projektanalysen sind kostenfrei. Sollten weitere Untersuchungen angefordert werden, so können jedoch Kosten entstehen (vgl. Merkblatt: Einsendung von Honig- und Pollenproben zur Analytik). Die Probenmenge muss im Falle weiterer Analyse-Aufträge entsprechend erhöht werden.

Proben von Imkereien aus Stadtgebieten:

  • Der im Projekt untersuchte Honig aus dieser Standortgruppe muss von den Bienen in Stadtgebieten gesammelt worden sein. Zum Nachweis der Trachtnutzung muss der Standort der Bienenvölker mitgeteilt werden (Stadt, Straße, ggf. Hausnummer oder GPS-Koordinaten).
  • Mind. 1 km um den Bienenstand sollte sich größtenteils bebautes Gebiet befinden (möglichst keine landwirtschaftliche Nutzung oder Grünland, städtische Parkanlagen sind kein Problem).
  • Besonders interessant sind Honig aus der Nähe von stark befahrenen Straßen.
  • Ungeeignet sind Stadtränder, denn hier ist die Zuordnung in die Gruppen „Stadt“ oder „Land“ nicht eindeutig möglich.

Proben von Imkereien aus dem ländlichen Raum:

  • Der im Projekt untersuchte Honig aus dieser Standort-Gruppe muss von Bienen weitestgehend außerhalb von bebauten Gebieten gesammelt worden sein. Dörfliche Strukturen oder kleine Siedlungsgebiete sind kein Problem. Zum Nachweis der Trachtnutzung muss der Standort der Bienenvölker angegeben werden (wo möglich Straße, ggf. Hausnummer o.ä., ansonsten GPS-Koordinaten)
  • Die Landnutzung um den Standort (landwirtschaftliche Flächen, bewirtschaftetes/unbewirtschaftetes Grünland, Wald, Schutzgebiete etc.) ist ohne Bedeutung.
  • Im Umkreis von 1 km der Bienenvölker sollte sich keine Autobahn oder mehrspurige Bundesstraße befinden.
  • Ungeeignet sind Standorte an Stadträndern, denn hier ist die Zuordnung in die Gruppen „Stadt“ oder „Land“ nicht eindeutig möglich.

Sollten Sie Interesse haben und Proben einsteuern wollen, so nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf:

Dr. Andreas Schierling
Tel. 089 9091 231
E-Mail

BGD-Labor
Tel. 089 9091 344
E-Mail

Honig-Monitoring auf bayerischen Lehrbienenständen (jährlich neu aufgelegt)

Die Lehrbienenstände der Imkerverbände Bayerns sind zentrale Punkte der Vermittlung von Wissen über Bienenhaltung und Imkerei an Jungimker sowie die interessierte Öffentlichkeit. Auf den in fast jedem Landkreis Bayerns vorhandenen Lehrbienenständen wird die gute imkerliche Praxis gepflegt und gelehrt. Deshalb eignen sich Lehrbienenstände besonders zur Beprobung für Monitoring-Zwecke.
Bereits in den Vorjahren hat der Bienengesundheitsdienst (BGD) Proben von vielen bayerischen Lehrbienenständen erhalten und hinsichtlich Kontaminationen durch Rückstände untersucht. Die Analysen sollen 2021 fortgesetzt wurden.

Jeder bayerische Imkerverband kann pro Landkreis jeweils bis zu zwei Honigprobe aus der Frühjahrs- oder Sommerernte von Lehrbienenständen zur Analyse an den BGD einsenden. Die Proben können auch von unterschiedlichen Lehrbienenständen in einem Landkreis stammen. Wenn mehrere Verbände in einem Landkreis Lehrbienenstände unterhalten, so steht auch jedem Verband eine Frühjahrs- und eine Sommer-Probe zu. Hat ein Verband in einem Kreis keinen Lehrbienenstand, kann er aus dem entspr. Kreis keine Probe ziehen. D.h. es kann verbandsübergreifend letztendlich zu stärker und schwächer beprobten Landkreisen kommen.
Es bleibt den Verbänden überlassen die Auswahl der Lehrbienenstände vorzunehmen. Sie können dies z.B. zentral organisieren oder an die Kreisvorsitzenden delegieren. Der BGD wird eine Liste pflegen, in der vermerkt wird, aus welchen Landkreisen und von welchem Verband Proben eingesendet werden.

In den Honigen werden im BGD folgende Analysen ausgeführt:
- Paket Pflanzenschutz- und Bienenarzneimittel
- Paket Neonicotinoide
- Paket Pyrrolizidinalkaloide
- Einzelparameter Glyphosat

Bitte beachten Sie: Die Einsendung von Honigproben im Rahmen des Rückstands-Monitorings an Lehrbienenständen kann bis 01.10.2021 erfolgen. Danach wird das Projekt geschlossen und steht erst (voraussichtlich) 2022 wieder zur Verfügung.

Die oben genannten Analysen werden vollständig aus den vom Freistaat Bayern über das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bereitgestellten Fördermitteln finanziert. Für die Einsender entstehen hierdurch keine Kosten. Sollten über die Rückstandsanalysen hinaus auch Qualitäts- und/oder Sortenanalysen in Auftrag gegeben werden, so werden diese im Rahmen der „normalen“ Förderung von Honiganalytik in Bayern durchgeführt (mit Eigenanteil für den Einsender).

Am Honig-Monitoring teilnehmende Lehrbienenstände werden gebeten die Informationen auf dem Merkblatt "Einsendung von Honig- und Pollenproben zur Analytik" in der Rubrik Merkblätter zu beachten. Auf dem mitgesendeten Untersuchungsantrag ist der Imker-Landesverband, der Lehrbienenstand und der Landkreis, in dem sich der Stand befindet, anzugeben. Im Feld "Tierbesitzer" muss eine Postanschrift angegeben werden (z.B. Name und Adresse des Betreuers des Bienenstandes, des Vereinsvorsitzenden etc.).

Neben den Rückstandsanalysen aus dem Honig-Monitoring existiert für alle bayerischen Imkerinnen und Imker ebenfalls die Möglichkeit geförderte Rückstands- und Qualitäts- und Sortenuntersuchungen in Honig und Pollen in Auftrag zu geben. Diese Analysen sind jedoch nicht zu 100 % gefördert, weshalb ein geringer Eigenanteil an den Analysekosten in Rechnung gestellt werden muss. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt Staatliche Förderung für Analysen beim Bienengesundheitsdienst sowie den zugehörigen Merkblättern.