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Kompe­tenz und Erfah­rung in Tier­gesund­heit und Lebens­mittel­sicher­heit

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Afrikanische Schweinepest erstmals im Norden Europas festgestellt

Datum: 24.02.2014   Autor: A. Rostalski, Randt A.

EU-Außengrenzen sind für Wildschweine offenbar kein Hindernis. Anfang Februar 2014 wurde die Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen (ASP) in Litauen amtlich festgestellt, seit dem 18.Februar gibt es den ersten bestätigten Fall in Polen, grenznah zu Weißrussland.



Anzeichen

Infizierte Schweine zeigen ein gestörtes Allgemeinbefinden mit hohem Fieber, Teilnahmslosigkeit. Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit sowie bläuliche Verfärbungen an Gliedmaßen und Ohrspitzen. Vereinzelt werden auch wässriger oder blutiger Durchfall und Atemwegssymptome beobachtet. Die Sterblichkeitsrate liegt bei 100%. Im Gegensatz zur Klassischen Schweinepest tritt die ASP schon wenige Tage nach der Einschleppung in Erscheinung und breitet sich rasch im gesamten Bestand aus.

Übertragung

Die Ansteckung erfolgt vor allem über direkten und indirekten Kontakt mit infizierten Schweinen, wobei insbesondere Blut oder bluthaltige Ausscheidungen eine wichtige Rolle spielen (Tierkadaver, Schlachtabfälle!). Das Virus der ASP befällt nur Schweine und ist für den Menschen ungefährlich. Ein besonderes Risiko für die Verschleppung innerhalb der EU sind aus Osteuropa kommende Ferntransporter und Kontrolllücken im Handel mit Lebensmitteln oder bei der Entsorgung von Speiseabfällen an Häfen, Flughäfen und Umschlagplätzen.

Seuchenprävention

Schweinehaltern wird dringend geraten, besonders sorgfältig auf betriebliche Biosicherheit zu achten (Schwarz-Weiß-Konzept) und den Hofbereich inklusive der Futterlager wildschweinesicher zu machen. Bei fieberhaften Bestandserkrankungen und gehäuften Todesfällen ist sofort der Hoftierarzt hinzuzuziehen, der im Verdachtsfall das zuständige Veterinäramt einschalten wird. Das Auffinden verendeter Wildschweine ist sofort dem Kreisveterinäramt zu melden, bevor irgendeine Aktion erfolgt.

Ein einziger Seuchenfall in einem Nutzschweinebestand in Deutschland oder einem anderen EU-Land hätte katastrophale Folgen für Schweinehalter und die gesamte Kette der Schweinefleischerzeugung.

Der TGD Bayern e.V. bietet hier einen Leitfaden zur Seuchenprävention.

flyer_schweinepest_2012.pdf 


Bekämpfung

Die ASP ist eine anzeigepflichtige Tierseuche! Nach den in Deutschland geltenden Verordnungen zum Schutz gegen Schweinepest und Afrikanische Schweinepest müssen im Seuchenfall alle Schweine in betroffenen Betrieben und in Kontakt-betrieben getötet werden. Es wird ein kompletter „stand-still“ für den Handel und Transport von Schweinen und Schweinefleisch verhängt. Weiterhin werden ein Sperrgebiet (3 km Radius) und ein Beobachtungsbezirk (10 km im Radius) um den Seuchenherd eingerichtet und streng überwacht.

Herkunft

Die Afrikanische Schweinepest, ursprünglich nur bei Wildschweinen in Ländern nördlich der Sahara heimisch, hat sich ausgehend von Georgien bereits in den Jahren 2007 bis 2011 über Armenien und Aserbeidschan bis in den Norden der Russischen Föderation ausgebreitet. Dabei waren nicht nur Wildschweine, sondern häufig Hausschweinehaltungen betroffen. Es handelt sich um einen hochvirulenten Stamm, der in betroffenen Populationen bei allen Tieren innerhalb von ein bis zwei Wochen zum Tode führt.

Weitere Informationen sind über das Friedrich-Löffler-Institut abrufbar: www.fli.de