Anmeldung

tiergesundheitsdienst bayern e.V.

Kompe­tenz und Erfah­rung in Tier­gesund­heit und Lebens­mittel­sicher­heit

‹‹ zurück zur Artikelübersicht

Stellungnahme zu den Presseberichten über den Beitrag des Bienengesundheitsdienstes zum 8. Bayerischen Imkergespräch

Datum: 28.01.2016   Autor: Dr. Andreas Schierling

Am 28.01.2016 fand in der Schlossberghalle Starnberg das 8. Bayerische Imkergespräch statt. Dr. Andreas Schierling wurde gebeten auf dieser Veranstaltung über das erste Jahr des neu geschaffenen Bienengesundheitsdienstes (BGD) zu berichten.

In den folgenden Tagen erschienen im Münchner Merkur (30.01.2016, „Die Bienen sind noch nicht über den Berg“), auf ovb-online.de (30.01.2016) und in der Süddeutschen Zeitung (01.02.2016, „Stadt der Bienen“) Artikel über den Beitrag des BGD zum Imkergespräch.

Wenngleich ein Bericht über den BGD in den Medien von unserer Seite durchaus begrüßt wird, muss vorausgesetzt werden können, dass die durch den BGD vorgestellten Daten von den Mitarbeitern renommierter Zeitungen korrekt wiedergegeben werden. Leider ist dies in den genannten Artikeln teilweise nicht erfolgt.

Zu den missverständlich bzw. nicht korrekt wiedergegebenen Angaben soll im Folgenden Stellung genommen werden:

  • Der Fachbereich Bienen (Bienengesundheitsdienst) wird zwar von Dr. Andreas Schierling geführt, Geschäftsführer und tierärztlicher Leiter des TGD Bayern ist jedoch Herr Dr. Andreas Randt.

  • Der TGD Bayern e.V. ist ein gemeinnütziger Verein zur Verbesserung der Nutztiergesundheit und zur Sicherung der Qualität tiereischer Lebensmittel in Bayern. Der Tiergesundheitsdienst Bayern führt Projekte zu unterschiedlichen Themen der Gesundheitsvorsorge und Gesunderhaltung von landwirtschaftlichen Nutztieren durch. Diese Untersuchungen werden teilweise durch EU-weit ausgeschriebene Projekte des Freistaats Bayern und der Bayerischen Tierseuchenkasse gefördert. Um den Bedarf an tierärztlichen und diagnostischen Dienstleistungen bayerischer Nutztierhalten vollständig abdecken zu können, werden vom TGD Bayern e.V. auch über die geförderten Projekte hinaus viele Leistungen angeboten, die den Auftraggebern anschließend in Rechnung gestellt werden. Zu 100% staatlich gefördert sind demnach nicht alle Leistungen des TGD Bayern, sondern lediglich viele Analysen zur Bienengesundheit.

  • Die geförderten Analysen im BGD können von allen bayerischen Imkern in Anspruch genommen werden, jedoch ausschließlich durch eine Probeneinsendung zum TGD Bayern e.V. und nicht wie berichtet an weiteren Instituten in Erlangen oder Stuttgart.

  • Der Bienengesundheitsdienst verzeichnete im vergangenen Jahr 2015 insgesamt 483 Probeneingänge, die sich über alle durchgeführten Untersuchungen verteilten. Die virologischen Analysen stellen nur einen geringen Teil (23 Proben) der insgesamt durchgeführten Untersuchungen dar. Von diesen wenigen Proben konnte in 60,9% der Fälle zwar das Chronische Bienenparalyse-Virus nachgewiesen werden, die Aussage nach der 60,9% aller bayerischen Bienenvölker infiziert seien ist jedoch schlichtweg falsch, denn unsere Analysen liefern hierzu bei weitem nicht die nötige Datengrundlage. Auf diesen Umstand wurde bei der Präsentation der Daten ausdrücklich hingewiesen.

  • Die Ausführungen des BGD zu dem unter Imkern verbreitetes, jedoch unbegründetes Gerücht „Alle Bienenvölker seien mit Sporen befallen“ bezieht sich selbstverständlich auf Sporen des Erregers der Amerikanischen Faulbrut. Viren bilden keine Sporen!

Wir appellieren an die Medienvertreter auch in deren eigenem Interesse zukünftig nach Möglichkeit vor der Veröffentlichung potentiell nicht korrekter Informationen Rücksprache mit dem TGD Bayern e.V. zu halten, um die aufgetretenen Missverständnisse bei weiteren Publikationen vermeiden zu können.

Dr. Andreas Schierling

Fachabteilungsleitung Bienengesundheitsdienst