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Lumpy Skin Disease (LSD) – Die nächste Gefahr für Bayerns Rinder?

Datum: 05.08.2016   Autor: Dr. I. Lorenz

Die Lumpy Skin Disease ist eine Viruserkrankung der Rinder, die traditionell im Süden Afrikas vorkommt. Die Krankheit hat sich in den letzten fünf Jahren sehr effizient durch den Mittleren Osten bis nach Südosteuropa und Russland ausgebreitet. Kontrollmaßnahmen in den betroffenen Ländern sind bislang unterschiedlich erfolgreich.


Der Erreger der LSD gehört der Gruppe der Pockenviren an. Das Virus ist hochspezifisch für Rinder, Büffel und nahe verwandte Wildtiere. Schafe und Ziegen erkranken nicht an LSD. Die Anzahl der Tiere, die in einem betroffenen Bestand erkranken variiert stark, aber kann bis zu 45 % betragen. Bis zu 10 % der Tiere können an der Krankheit sterben. Bei den jüngsten Ausbrüchen in Griechenland und der Türkei waren diese Zahlen jedoch wesentlich niedriger.
Die Übertragung des Virus erfolgt mechanisch durch Insekten. Das bedeutet, dass die Übertragung potentiell durch alle stechenden Insekten möglich ist, die in der fraglichen Region vorkommen. Die direkte Übertragung von Tier zu Tier, sowie die indirekte Übertragung durch mit virushaltigen Ausscheidungen kontaminiertes Futter oder Oberflächen sind ebenfalls möglich.
Im klassischen Fall treten bei erkrankten Tieren knötchenartige Hautveränderungen über dem gesamten Körper und an den Schleimhäuten, zusammen mit einer Schwellung der Lymphdrüsen auf. Diese nässen zunächst und werden später nekrotisch.

Unspezifische Symptome sind Fieber, verringerte oder fehlende Futteraufnahme, Leistungsrückgang, Augen- und Nasenausfluss. Schwellungen der Gliedmaßen, oder Schwellungen an Unterbauch und Triel sind möglich.
Eine Behandlungsmöglichkeit gibt es derzeit nicht. Die Impfung ist derzeit in der EU nur mit Ausnahmegenehmigung möglich.