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Geflügelpest - Fragen und Antworten

Seit 2003 hat sich Influenza-A- Virus (H5N1) in Südostasien endemisch verbreitet, 150 Mio. Stück Geflügel mussten bisher getötet und vernichtet werden. Das Virus hat auch Menschen infiziert und bis dato ca. 50 Todesfälle verursacht. Grund genug, über den Komplex Geflügelpest – Vogelgrippe – Grippe zu informieren. Deutschlands Nutzgeflügelbestände sind derzeit frei von klassischer Geflügelpest. Ziel ist es, frei zu bleiben. Im Zusammenhang mit der Beantwortung der Fragen beachten Sie bitte den Haftungsausschluss.

Wo gibt es aktuelle amtliche und fachliche Informationen?

Aktuelle amtliche Informationen erhält man auf den Internetseiten über die


Internationale Lage
- Außenministerium
- Europäische Union
- Internationales Tierseuchenamt
- Welternährungsorganisation
- Weltgesundheitsorganisation


Nationale Lage

- Bundeslandwirtschaftsministerium
- Friedrich- Loeffler- Institut
- Robert- Koch- Institut


Lage in Bayern
- Bayer. Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit, Verbraucherschutz
- Amtstierarzt

Fachlichen Rat erhalten Sie u.a. bei Amtstierärzten, niedergelassenen Tierärzte und dem Tiergesundheitsdienst Bayern e.V..

Für weitergehende Fragen oder Vorträge stehen Ihnen die Tierärzte des Tiergesundheitsdienstes Bayern e.V. zur Verfügung.
Adressen und Telefonnummern finden Sie auf der TGD-Internetseite oder im Telefonbuch.
Geflügelspezialisten arbeiten in der


Zentrale Grub (Ober- und Niederbayern, Oberpfalz und Schwaben)
– Dr. Salisch, Dr. Gmeiner, Dr. Heering


Geschäftsstelle Ansbach (Mittelfranken)
– TA Küblböck


Geschäftsstelle Schwarzenau (Unterfranken)
– Dr. Hildebrand


Geschäftsstelle Bayreuth (Oberfranken)

– Fr. Dr. Nemec


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Die Krankheit bei Vögeln

Was ist klassische Geflügelpest / Vogelgrippe?

Vogelgrippe oder klassische Geflügelpest ist eine Infektion durch hochpathogene aviäre Influenzaviren Typ A . Diese Viren kommen natürlicherweise bei Vögeln vor. Wasservögel verbreiten die Viren weltweit über Kot, erkranken im Regelfall nicht. Hauptsächlich erkranken Hühner und Puten schwer und mit hohen Tierverlusten innerhalb kurzer Zeit. Im derzeitigen Seuchenzug sind auch Gänse, Enten und Schwäne betroffen.

Was sind die Krankheitszeichen bei Geflügel?
Geflügel - vor allem Hühner und Puten vereinzelt auch Wildvögel - zeigt 3-7 Tage nach der Infektion

  • plötzlich auftretende Todesfälle
  • Fressunlust und Mattigkeit
  • Schwellungen am Kopf, Augenlider, Kopflappen, Kamm und Ständern
  • violette Verfärbung von Kopflappen und Kamm
  • Nasenausfluss
  • Husten und Niesen
  • Legen von Bruch- und Windeiern, Verlust der Legeleistung
  • Durchfall

Wo kann ich mir Bilder von den Krankheitserscheinungen ansehen ?
Bei der FAO können


Wie lange gibt es Geflügelpest?

Die hochpathogene Form der Vogelgrippe heißt Geflügelpest, weil sie mit hohen Tierverlusten bei Hühnern und Puten einherging. In Italien wurde sie um 1878 erstmals beobachtet. Ausbrüche wurden in den letzten Jahrzehnten auf allen Kontinenten beobachtet. Die beteiligten Influenza-A-Viren zeigten eine große Variabilität.

Ausbrüche von Geflügelpest zeigen die Variabilität der Influenza-A-Viren
Jahr Ausbrüche Region HPAI Virustyp
1959 Schottland H5N1
1963 England H7N3
1966 Kanada H5N9
1976 Australien H7N7
1979 Deutschland H7N7
1983/85 USA H5N2
1983 Irland H5N8
1985 Australien H7N3
1991 England H5N1
1992 Australien H7N3
1994/95 Mexiko H5N2
1994 Pakistan H7N3
1997 Australien H7N4
1997 Hongkong H5N1
1997 Italien H5N2
1999/00 Italien H7N1
2002 Hongkong H5N1
2002 Chile H7N3
2003 Niederlande H7N7
2004 Pakistan H7N3
2004 USA H5N2
2004 Kanada H7N3
2004 Südafrika H5N2
2005 China H5N1
2005 Russland H5N1
2005 Indonesien H5N1
2005 Vietnam H5N1
2005 Thailand H5N1
2005 Kambodscha H5N1
2005 Japan H5N2


Welche Rolle spielen Wasservögel?
See-, Küsten und Wasservögel bilden das Reservoir, in dem Influenza-A-Viren zirkulieren. Viele Arten von Wasservögeln, wie Wildgänse, Enten und Schwäne ebenso wie Hausenten können Virusträger sein, ohne zu erkranken. Das Virus wird vor allem im Kot, Nasen- und Augensekret nachgewiesen. Zugvögel können die Infektion verbreiten. Die FAO hat eine Karte mit den Vogelflugrouten und den aktuellen Influenzafällen veröffentlicht. Bayern wird von den Hauptzugebieten derzeit nur am Rand berührt.

Wer informiert über Infektionsfälle durch hochpatogene Influenzaviren bei Vögeln und Wildtieren?
Das National Wildlife Health Center der USA.

Wie wird das Virus übertragen?
Hochpathogenes aviäres Influenza Virus (HPAIV) wird

  • durch direkten Kontakt mit Sekreten von infizierten Vögeln speziell Kot übertragen,
  • indirekt über kontaminiertes Futter, Wasser, Gerätschaften, Kleidung,
  • Eintrag durch Wasser- und Seevögel bei Geflügelhaltungen,
  • durch gebrochene kontaminierte Eier auf Küken und Brutapparaten.

Gab es in Deutschland bereits Geflügelpest-Ausbrüche?
Ja, letztmalig 2003 und 1979.

Hat der Staat auf die Bedrohung durch Influenzaviren reagiert?
Ja. Seit langem unterliegt die Geflügelpest als anzeigepflichtige Seuche strengen staatlichen Regelungen durch das Tierseuchengesetz und die Geflügelpestverordnung. Im Hinblick auf das Risiko einer Influenza-Pandemie wurde ein Notfallplan beschlossen.

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Erreger - Influenza - Viren

Was sind Influenza-Viren?
Es gibt 3 Typen der Viren A, B und C

Influenza Typ A
Influenza-A-Viren können Menschen, Vögel, Schweine, Pferde, Robben und Wale infizieren. Wildwasservögel sind das Virusreservoir. Sie werden auf Grund von zwei Oberflächenprote-inen in Subtypen unterteilt. Diese Proteine sind das Hämagglutinin (HA) und die Neuraminidase (NA). Es gibt 15 HA-Subtypen und 9 NA-Subtypen. Viele verschiedene Kombinationen sind möglich. Nur wenige Influenza-A-Subtypen zirkulieren in der Bevölkerung (H1N1, H1N2, H3N2).

Influenza Typ B
Influenza-B-Viren werden nur bei Menschen gefunden. Es gibt keine Subtypen. Sie können Grippeepidemien aber keine Pandemie auslösen.

Influenza Typ C
Influenza-C-Viren verursachen milde Erkrankungen beim Menschen aber keine Epidemie oder Pandemie. Es gibt keine Subtypklassifikationen.

Stämme
Influenza-B-Viren und Influenza-A-Subtypen werden weiter in Stämmen charakterisiert. Neue Stämme entstehen und ersetzen ältere Virusstämme.

Was sind hochpathogene und gering pathogene Vogelgrippeviren?
Hochpathogene aviäre Influenza A-Viren (HPAI) werden auf Grund ihrer krankmachenden Wirkung in hoch und gering pathogene Virusstämme (LPAI) klassifiziert. Die Unterscheidung beruht auf genetischen Differenzen und der krankmachenden Wirkung. HPAI-Viren töten 90 – 100% der infizierten Hühner, während LPAI-Viren weniger schwere oder keine Erkrankungen hervorrufen. Allerdings können LPAI- zu HPAI-Viren werden, deshalb werden Infektionsausbrüche von LPAI H5 oder H7 genau überwacht. Es ist nicht gesichert, dass diese für Geflügel geltende Unterscheidung auf die Beurteilung des Krankheitsrisikos beim Menschen übertragen werden kann.

Wie können sich Influenza-Viren verändern?
Influenza-Viren können sich rasch verändern, so dass ständig neue Impfstoffe gegen die zu erwartenden Influenza-Viren hergestellt werden müssen.

Antigendrift bezeichnet eine kontinuierliche Veränderung in kleinen Schritten. Die veränderten Viren werden durch Antikörper ,die während vorausgehender Infektionen gebildet wurden, nur zum Teil erkannt. Deshalb können sich veränderte Viren weiterhin vermehren. Eine Infektion mit den neuen Stämmen kann auftreten. Das ist der Grund, warum gegen Grippe keine lange Immunität auftritt und Menschen mehrmals an Grippe erkranken. Die Influenza-Impfung gegen saisonale Grippe muss deshalb jährlich mit neuen Impfstämmen wiederholt werden.

Antigenshift bezeichnet eine abrupte größere Veränderung der Influenza-A-Viren, die einen neuen humanpathogenen Virustyp erzeugt, mit Oberflächeneiweiß-Kombinationen die bisher
oder seit langem nicht aufgetreten sind. Es entsteht ein neuer Influenza-A-Subtyp gegen den die Bevölkerung keinen Schutz hat. Es schnelle weltweite Ausbreitung könnte die Folge sein.

Was wird unter Virus - Reassortment verstanden?
Virus - Reassortment ist der Austausch von RNA-Segmenten zwischen genetisch verwandten Viren. Die Wirtszelle muss dazu gleichzeitig von zwei Subtypen von Influenzaviren infiziert werden. Die Virusstämme docken an der Oberfläche der Zelle an. Ihre Zellenmembranen vereinigen sich mit dem Wirtszellmembran. Das Virusgenom gelangt mit einer Eiweißhülle in das Zytoplasma. Die Eiweißhülle löst sich auf und das Virusgenom gelangt in den Zellkern. Im Zellkern entstehen viele identische Kopien der RNA-Segmente, die sich frei zu neuen Subtypen aus beiden Viren zusammensetzen können. Die infizierte Wirtszelle kann so durch Austausch von Genomsequenzen verschiedene neue Virustypen erzeugen. Die Tochterviren können identische Kopien der Elternvirustypen sein oder sich von ihnen unterscheiden. Auf diese Weise können Viren entstehen, gegen die Vögel, Tiere oder Menschen noch keine Antikörper gebildet haben.

Voraussetzung für das Virus - Reassortment ist allerdings, dass die Wirtszelle für mehrere Virusstämme empfänglich ist. Beim Schwein ist die Empfänglichkeit für Influenzaviren vom Geflügel und vom Menschen nachgewiesen. Das Schwein ist daher ein Wirt, in dem ein Virus –Reassortment aus humanpathogenen und Vogelgrippe-Influenza Viren möglich wäre.

Eine zweite Voraussetzung ist, dass die Elternviren gleichzeitig innerhalb eines kurzen Zeitfensters einen empfänglichen Wirt infizieren.

Infizieren Vogelgrippeviren Menschen?
Vogelgrippeviren infizieren gewöhnlich nicht Menschen. Jedoch sind seit 1997 Fälle bei Menschen nachgewiesen worden.

Wie unterscheiden sich Vogelgrippe-Viren von menschlichen Influenza-Viren?
Es gibt Subtypen der Influenza-A-Viren. Die Subtypen unterscheiden sich auf Grund der Oberflächenproteine (Hämagglutinin (HA) und Neuraminidase(NA)-Eiweiße).
Es gibt 15 verschiedene HA-Subtypen und 9 NA-Subtypen der Influenza-A-Viren. Viele Kombinationen der Proteine sind möglich. Jede Kombination ist ein eigener Subtyp. Alle Subtypen des Influenza-A-Virus können bei Vögeln nachgewiesen werden. Wenn über Vogelgrippe-Viren gesprochen wird, bezieht man sich auf diejenigen die hauptsächlich bei Vögeln vorkommen. Gewöhnlich infizieren sie Menschen nicht, obwohl es Ausnahmen gibt. Spricht man über menschliche Grippe-Viren, bezieht man sich auf Subtypen die häufig bei Menschen vorkommen. Es gibt bei Menschen nur 3 bekannte Subtypen Influenza-A-Virus (H1N1; H1N2;H3N2). Es ist wahrscheinlich, das genetische Teile der menschlichen Influenza-A-Viren von Vögeln stammen. Influenza-A-Viren verändern sich ständig und sie können Eigenschaften erwerben, die sie in die Lage versetzen in der Bevölkerung zu zirkulieren.

Was ist das Influenza-A(H5N1)-Virus?
Das H5N1-Virus ist ein Influenza-A-Subtyp, der vor allen bei Vögeln vorkommt und Geflügelpest verursachen kann. Es wurde erstmals 1961 bei Seeschwalben in Südafrika beschrieben. Das Virus zirkuliert weltweit bei Vögeln, ist sehr infektiös und kann Todesfälle verursachen. 1997 wurde es beim Menschen und 2005 bei Schweinen in China nachgewiesen. In den letzten Jahren trat es in 39 Staaten auf.

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Geflügelhaltung

Welche Beschränkungen unterliegen Märkte und Ausstellungen?
Seit 2005 werden in Bayern die Durchführung von Märkten, Schauen, Ausstellungen und Veranstaltungen ähnlicher Art für Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und/oder Gänsen verboten oder gesondert gemaßregelt. Weitere Auskünfte erhalten Sie beim zuständigen Amtstierarzt.

Gibt es Beschränkungen für die Freilandhaltung?
Ja. In Deutschland gilt in den Zugzeiten Stallpflicht für Geflügel (Enten, Gänse, Hühner, Truthühner, Wachteln, Perlhühner, Rebhühner, Fasane und Laufvögel). Näheres erfahren Sie beim zuständigen Amtstierarzt.

Wie werden Eier während der Stallpflicht gestempelt?
Wie bisher. Das Aufstallungsgebot ändert derzeit nicht die geltenden Vorschriften. Auskünfte erteilt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Ernährungswirtschaft und Markt , 80636 München Tel. 089-17800-233/235

Unterliegen Geflügelhaltungen einer speziellen Überwachung?
Ja. Geflügelhaltungen, deren Gesamtbestand mehr als 100 Vögel (Enten, Gänse, Hühner, Truthühner, Wachteln, Perlhühner, Fasane und Laufvögel) beträgt und die nicht ausschließlich in geschlossenen Ställen gehalten werden, unterliegen der Untersuchungspflicht. Haltungseinrichtungen mit überstehender nach oben undurchlässiger Abdeckung und vogelsicherer Seitenbegrenzung sind von der Untersuchungsverpflichtung ebenfalls ausgenommen. Näheres erfahren Sie beim zuständigen Amtstierarzt.

Was kann ein Geflügelhalter vorbeugend tun?
Ein Geflügelhalter kann die Haltung von Geflügel Wildvogel sicher gestalten. Ausläufe überdachen und Vogel sicher einzäunen sowie den Zugang des Geflügels zu Gewässern während des Herbst- und Frühjahrszuges von Wildvögeln in Regionen einschränken, die in Zuggebieten liegen. Futter ist Vogel sicher zu lagern. Die Hofanlagen sollten laufend von Futterresten, die für Wasservögel attraktiv sind gereinigt werden. Deckung für Wasservögel sollte laufend beseitigt werden. In Hofnähe sollten Gülle und Mist möglichst rasch eingearbeitet werden, um den Vogelanflug (Möwen, Krähen) einzuschränken.Flugwildaufbruch ist nicht an Hausgeflügel oder Schweine zu verfüttern. Darüber hinaus ist der Personenverkehr strikt zu regeln und der Bestand von Besuchern oder Dienstleistern nur in betriebseigener Schutzkleidung zu betreten. Betriebsangehörige, die in Risikoregionen reisen, sollten die Empfehlungen für Reisende strikt beachten und den Geflügelbestand erst nach einer Karenzzeit von 72 h nach der Rückkehr betreten.

Betriebs- und Familienangehörige sollten sich regelmäßig jährlich gegen Influenza impfen lassen, um einerseits Influenza vorzubeugen und die Zirkulation mit Influenza-Viren menschlichen Ursprungs zu reduzieren. Eine zusätzliche Pneumokokkenimpfung alle 6 Jahre beugt möglicherweise gleichzeitig auftretenden bakteriell bedingten Lungenentzündungen vor.

Müssen Halter von größeren Beständen Schutzmaßnahmen ergreifen?
Ja. Halter von Geflügelbeständen mit mehr als 1000 Vögeln sind verpflichtet, sicherzustellen, dass

  • Stallzugänge und Geflügelstandorte gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren gesichert sind,
  • Ställe oder Geflügelstandorte von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten werden und dass diese Personen die Schutz- oder Einwegkleidung nach Verlassen des Stalles oder Geflügelstandort unverzüglich ablegen,
  • Schutzkleidung nach Gebrauch unverzüglich gereinigt und Einwegkleidung nach Gebrauch unverzüglich unschädlich beseitigt wird,
  • Nach jeder Ein- oder Ausstallung von Geflügel, die verwendeten Gerätschaften und der Verladeplatz gereinigt und desinfiziert werden,
  • Nach jeder Ausstallung die frei gewordenen Ställe einschließlich der dort vorhandenen Einrichtungen und Gegenstände gereinigt und desinfiziert werden,
  • Betriebseigene Fahrzeuge unmittelbar nach Abschluss eines Geflügeltransportes auf einem befestigten Platz gereinigt und desinfiziert werden,
  • Fahrzeuge, Maschinen und sonstige Gerätschaften, die in der Geflügelhaltung eingesetzt werden und von mehreren Betrieben gemeinsam genutzt werden, jeweils im abgebendem Betrieb vor der Abgabe gereinigt und desinfiziert werden,
  • Eine ordnungsgemäße Schadnagerbekämpfung durchgeführt und hierüber Aufzeichnungen geführt werden
  • Der Raum, der Behälter oder die sonstigen Einrichtungen zur Aufbewahrung verendeten Geflügels bei Bedarf, mindestens jedoch einmal im Monat gereinigt und desinfiziert werden,
    Eine betriebsbereite Einrichtung zum Waschen der Hände vorhanden ist.

Muss bei der Einstallung oder Ausstallung Schutzkleidung getragen werden?
Ja. Bei Personen, die gewerbsmäßig bei der Ein- und Ausstallung tätig sind, hat der Geflügelbesitzer für die Verwendung von gereinigter Schutzkleidung oder Einwegsschutzkleidung zu sorgen. Für die Reinigung und Desinfektion der Schutzkleidung oder ihrer unschädlichen Beseitigung ist der Geflügelhalter verantwortlich.

Besteht eine Impfpflicht für Geflügelhaltungen?
Nicht gegen Geflügelpest. Allerdings sind Hühner- und Truthühnerbestände durch einen Tierarzt gegen Newcastle-Krankheit regelmäßig zu impfen, um eine ausreichende Immunität zu gewährleisten. Über die Impfungen sind vom Besitzer Nachweise zu führen.

Besteht eine Untersuchungsverpflichtung für Geflügelhalter ?
Ja, wenn mindestens 3 Vögel in Kleinbeständen bis 100 Vögeln oder mindestens 2 % der Vögel in größeren Beständen innerhalb von 24 Stunden verenden. In diesen Fällen muss der Geflügelhalter einen Tierarzt zur Ursachenfeststellung zuziehen. Es ist immer auch auf Influenza-A-Virus der Subtypen H5 und H7 zu untersuchen.

Besteht eine Meldepflicht für Geflügelhaltungen ?
Ja, wie jeder Halter von Nutztieren muss jeder Geflügelhalter seinen Bestand dem zuständigen Amtstierarzt und der Tierseuchenkasse melden. Dies ist notwendig, um im Seuchenfall gezielt und unverzüglich die notwendigen Schutzmaßnahmen umzusetzen.

Haben Geflügelhalter Dokumentationspflichten ?
Ja. Es müssen unverzüglich die Zu- und Abgange mit Datum des Zugangs, Geflügelart, Name und Anschrift des Vorbesitzers, Transportunternehmens, des Erwerbers in ein Register eingetragen werden.

  • Halter von Geflügelbeständen mit mehr als 100 Vögeln müssen zusätzlich täglich die Anzahl verendeter Vögel dokumentieren.
  • Halter von Geflügelbeständen mit mehr als1000 Vögeln müssen zusätzlich die Anzahl verendeter Vögel und die Gesamtzahl der gelegten Eier jedes Bestandes dokumentieren.

Das Register ist 3 Jahre lang nach dem letzten Eintrag aufzubewahren.
Die Aufzeichnungen gestatten im Seuchenfall einen raschen Überblick über die Geflügelverkehr und den Gesundheitsstatus. Dies ist im Seuchenfall außerordentlich wichtig, um Kontaktbetriebe festzustellen, die Seuchenlage einzuschätzen und angemessene Schutzmaßnahmen einzuleiten.

Haben Dienstleister Dokumentationspflichten?
Erwerbsmäßig bei der Ein- und Ausstallung tätige Personen haben Aufzeichnungen zu führen, in welchem Betrieb, welche Tätigkeit, bei welcher Geflügelart, über welchen Zeitraum ausgeführt wurde. Die Aufzeichnungen sind unverzüglich auf fest miteinander verbundenem Papier, in chronologischer Reihenfolge aufgebaut und mit fortlaufender Seitenzahl versehen zu führen.

Wann besteht für Geflügelpest Anzeigepflicht?
Wenn der Verdacht auf Geflügelpest bei Geflügel besteht, die zur Zucht oder zur Erzeugung von Fleisch oder Konsumeiern oder zur Aufstockung des Wildbestandes gehalten werden. Der Verdacht liegt vor, wenn das Ergebnis der
a) virologischen oder
b) klinischen und pathologischen
Untersuchung den Ausbruch der Geflügelpest befürchten lässt.

Was hat ein Geflügelhalter im Fall des Verdachtes von Geflügelpest in der Zeit von der Anzeige des Verdachtes bis zur amtlichen Feststellung des Seuchenausbruches zu unternehmen?
Der Geflügelhalter ist verpflichtet,

  • den Anweisungen der Veterinärverwaltung zu folgen.
  • sämtliches Geflügel ist in einen geschlossenen Stall abzusondern,
  • fortlaufend Aufzeichnungen über den Bestand des Geflügels unter Angabe der Zahl aller verendeten oder verdächtigen Tiere zu führen,
  • Ställe und sonstigen Geflügelstandorte dürfen nur von dem Besitzer der Tiere, seinem Vertreter, den mit der Beaufsichtigung, Wartung und Pflege der Tiere betrauten Personen, von Tierärzten und von Personen im amtlichen Auftrag betreten werden. Nach Verlassen der Ställe oder sonstigen Standorte haben sich diese Personen sofort zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Geflügel darf weder in das Gehöft verbracht noch aus dem Gehöft entfernt werden.
  • Verendetes oder getötetes Geflügel hat der Besitzer so aufzubewahren, dass es vor äußeren Einflüssen geschützt ist und Menschen oder Tiere nicht mit ihm in Berührung kommen können.
  • Tiere sowie Teile, Erzeugnisse und Rohstoffe von Tieren, Futter und Einstreu sowie sonstige Gegenstände, die mit Geflügel in Berührung gekommen sind, dürfen aus dem Gehöft nicht entfernt werden (Die Behörde kann die Abgabe von Eiern unter bestimmten Voraussetzungen genehmigen).

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Schweinehaltung

Spielen Schweine eine besondere Rolle bei Influenzainfektionen?
Ja. Schweine können an Schweineinfluenza erkranken und sind für Grippe-Viren, die von Menschen oder Vögeln stammen, empfänglich. In Schweinen ist die Kombination neuer Grippeviren möglich, aber in Deutschland derzeit für Viren aviären Ursprungs auszuschließen.

Was kann ein Schweinehalter speziell tun?
Schweinehalter sollten die Haltung von Geflügel und Schweinen strikt trennen und Wildvogel und Geflügel sicher gestalten. Futter ist Vogel sicher zu lagern. Die Hofanlagen sollten laufend von Futterresten, die für Wasservögel attraktiv sind gereinigt werden. Deckung für Wasservögel sollte laufend beseitigt werden.
In Hofnähe sollten Gülle und Mist möglichst rasch eingearbeitet werden, um den Vogelanflug (Möwen, Krähen) einzuschränken.
Flugwildaufbruch ist nicht an Hausgeflügel oder Schweine zu verfüttern. Darüber hinaus ist der Personenverkehr strikt zu regeln und der Bestand von Besuchern oder Dienstleistern nur in betriebseigener Schutzkleidung zu betreten. Betriebsangehörige, die in Risikoregionen reisen, sollten die Empfehlungen für Reisende strikt beachten und den Schweinebestand erst nach einer Karenzzeit von 72 h nach der Rückkehr betreten.

Betriebs- und Familienangehörige sollten sich regelmäßig jährlich gegen Influenza impfen lassen, um einerseits Influenza vorzubeugen und die Zirkulation mit Influenza-Viren menschlichen Ursprungs zu reduzieren. Eine zusätzliche Pneumokokkenimpfung alle 6 Jahre beugt möglicherweise gleichzeitig auftretenden bakteriell bedingten Lungenentzündungen vor.

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Gesundheitliche Risiken bei Menschen

Wie äußern sich die Symptome der Vogelgrippe beim Menschen?
Die Symptome reichen von typischen Grippe ähnlichen Krankheitserscheinungen (Fieber, Husten, Muskelschmerzen) über Augeninfektionen, Lungenentzündungen, akuter Atemnot zu anderen ernsten und lebensbedrohenden Komplikationen.

Welche Risiken haben Menschen gegenüber Vogelgrippe?
Das Risiko ist grundsätzlich gering, weil die meisten aviären Grippeviren den Menschen nicht befallen. Im Zusammenhang mit einem Krankheitsausbruch bei Hausgeflügel (Hühnern, Puten, Enten) besteht für Menschen, die direkten Kontakt mit infizierten Geflügel oder mit Geflügelsekreten oder Kot kontaminierten Gerätschaften haben, ein Risiko. Der derzeitige Ausbruch in Südostasien HPAIV (H5N1) ist ein Beispiel für einen Vogelgrippeausbruch mit Infektionen beim Menschen.

Können Vogelgrippeviren von Hühnern auf Menschen übertragen werden?
Ja, aber selten. Von allen Vogelgrippe-Virus-Stämmen ist es bisher nur den Influenza-A Stämmen H5N1, H9N2 und H7N7 gelungen, von Hühnern auf den Menschen übertragen zu werden.

Welche Vogelgrippe-Fälle sind in letzter Zeit beim Menschen bekannt geworden?

Hongkong 1997
Vogelgrippe A (H5N1) traten bei Geflügel und Menschen auf. Es war der erste Nachweis eines Überganges von Vogelgrippe auf den Menschen. 18 Menschen wurden ins Krankenhaus eingeliefert, 6 verstarben.

China und Hongkong 1999
Vogelgrippe A (H9N2) wurde bei 2 Kindern nachgewiesen. Hausgeflügel dürfte die Quelle der Infektion gewesen sein.

USA-Virginia 2002
Vogelgrippe A (H7N2) bei Vögeln, eine Person wies Antikörper auf.

Hongkong 2003
Vogelgrippe A (H5N1) bei einer Familie nach Rückkehr aus China. 1 Erkrankung, 1 Todes-fall.

Niederlande 2003
Vogelgrippe A (H7N7) bei Geflügel und Schweinen. 89 Menschen wurden infiziert: 78 Fälle von Konjunktivitis, 5 Fälle von Grippe und Konjunktivitis, 2 Grippefälle und 4 andere. Ein Tierarzt verstarb nach Kontrollgängen in infizierten Beständen.

New York 2003
Vogelgrippe A (H7N2) 1 Mensch erkrankt

Thailand/Vietnam 2004
Vogelgrippe A (H5N1) 35 Menschen Infiziert, 23 Todesfälle

Kanada 2004
Vogelgrippe A (H7N3) bei Vögeln, bei Geflügelfarmarbeitern Infektionen nachgewiesen

Thailand/Vietnam 2005
Vogelgrippe A (H5N1) Geschehen noch nicht abgeschlossen

Welches sind derzeit Risikogebiete?
Risikogebiete sind die Regionen in der Welt, in denen Menschen und Geflügel unter schlechten hygienischen Bedingungen zusammenleben.

Offensichtlich ist das Influenza-A-Virus (H5N1) gelungen, sich im Geflügel in Südostasien endemisch zu verbreiten (Stand 9/05), obwohl in diesem Seuchenzug bisher 140 Mio. Stück Geflügel getötet und beseitigt wurden.

Wie wird die Krankheit auf Menschen übertragen?
Viren sind unbeweglich, sie müssen übertragen werden. Sie können auf den Menschen durch direkten Kontakt, durch das Einatmen von Tröpfchen der Nasen- und Tränenflüssigkeit infizierter Hühner, wenn diese niesen oder husten, oder mit Staubpartikeln von trockenem Kot übergehen.

Kann Vogelgrippevirus von Mensch zu Mensch übertragen werden?
Bisher gibt es dafür keinen Nachweis.

Werden Vogelgrippeviren eine Grippeepidemie verursachen?
Das Vogelgrippevirus A H5N1 hat in Südostasien eine geringe Anzahl von Menschen infiziert, dennoch wird die Situation durch die nationalen und internationalen Behörden intensiv überwacht im Hinblick auf Vorkommnisse und genetische Veränderungen, die es dem Virus erlauben würde, von Mensch zu Mensch überzugehen. Wenn dieser Fall eintreten würde, wäre eine Grippepandemie möglich. Nationale wie internationale Organisationen haben die Befürchtung, dass dieser Fall eintreten könnte.

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Genuss von Geflügel, Eiern und Geflügelprodukten

Sind Geflügelfleisch und Eier unbedenklich?
Ja. Geflügelfleisch und Eier, die bei uns vermarktet werden, sind sicher. Die Übertragung der Vogelgrippe auf den Menschen setzt den engen Kontakt mit lebenden infizierten Geflügel voraus. Bisher gibt es keinen Nachweis, dass das Vogelgrippevirus auf den Menschen über Geflügelfleisch- und Eierkonsum übertragen wurde.

Ist Dosenfleisch oder Trockensuppen unbedenklich?
Ja. Bisher gibt es keinen Nachweis, dass das Vogelgrippevirus auf den Menschen über Geflügelfleisch- und Eierkonsum übertragen wurde. Darüber hinaus wird Dosenfleisch in einer Weise erhitzt, die effektiv jedes Virus zerstört.

Ist es sicher, rohes Geflügelfleisch zu verarbeiten?
Ja. Bisher gibt es keinen Nachweis, dass das Vogelgrippevirus auf den Menschen über Geflügelfleisch- und Eierkonsum übertragen wurde. Aus generellen hygienischen Gründen sollte man folgende Vorsichtmaßregeln einer guten Zubereitungspraxis einhalten:

  • Trennung von rohem Fleisch von gekochtem Fleisch oder anderen essensfertigen Speisen,
  • Händewaschen mit Seife nach der Zubereitung von Fleisch und Eiern,
  • Abwaschen des Schneidebrettes, Messer und Gerätschaften nach Gebrauch,
  • gründlich Braten oder Kochen, kein rosa Fleisch verzehren,

Gibt es Richtlinien für das Kochen von Geflügelfleisch?
Nein. Jedoch ist es ratsam, Geflügelfleisch gründlich zu braten und zu kochen. Das hilft, jede Art von Keimen abzutöten.

Ist es sicher, rohe oder weich gekochte Eier zu verzehren?
Es ist ratsam, Lebensmittel gut gekocht zu essen. Gründliches Kochen hilft, jede Art von Keimen vollständig abzutöten. Jeder Verzehr von rohen und halbgaren Lebensmitteln beinhaltet ein Restrisiko.

Ist die Weihnachtsgans oder Weihnachtsente sicher, auch wenn Geflügelpest in Deutschland ausbricht?
Ja. Weihnachtsgänse und -enten werden bei 180°C - 220°C im Backofen gebacken. Die Backzeit beträgt 50 - 60 Minuten pro kg, also in der Regel 2 - 4 Stunden. Influenza-A-Viren werden bereits bei 70°C abgetötet.

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Ziervogelhaltung

Ist es unbedenklich, die Ziervögelhaltung zu halten?
Das Risiko von Ziervögeln durch Vogelgrippeviren infiziert zu werden ist sehr gering. Deshalb können Ziervögel gehalten werden. Ziergeflügel und Ziervögel sollten von bekannten Züchtern stammen und nicht zweifelhafter Herkunft sein.

Welche Vorsichtsmaßnahmen kann man ergreifen, um Ziervögel zu schützen?
Vogelgrippe wird auch durch Zugvögel verbreitet. Es ist ratsam eine Wildvogel sichere Haltung einzurichten, so dass Kontaktmöglichkeiten ausgeschlossen werden und keine Vögel unbekannter Herkunft zuzukaufen. Jeder, der mit Vögeln umgeht, sollte eine gute persönlich Hygiene sicherstellen, wie z.B. durch gründliches Händewaschen nach Vogelkontakten. Der Zugang zu Fließgewässern sollte bei erhöhtem Vogelgripperisiko unterbunden werden.

Was muss man tun, wenn Vögel erkranken?
Den Tierarzt zuziehen. Wenn Sie mehrere Vögel halten, trennen Sie die kranken Vögel, wenn möglich, von den gesunden ab. Die Vögel sollten ohne direkte Kontaktmöglichkeit gehalten werden. Waschen Sie sich die Hände gründlich mit Seife nach Berührung des kranken Vogels als allgemeine Vorsichtsmaßregel.

Was muss man tun, wenn mein Vogel stirbt?
Legen Sie den Vogel in einen Plastikbeutel, verschließen Sie in durch Verknoten und entsorgen Sie ihn. Reinigen und desinfizieren Sie den Vogelkäfig und waschen Sie sich gründlich die Hände nach direkter Berührung eines toten Vogels.

Was sollte man tun, wenn keine Vögel mehr gehalten werden können?
Wenden Sie sich bitte an den Tierschutzverein oder an ihren Tierarzt, vielleicht können ihre Vögel gut unterbracht werden.

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Verhalten im Alltag

Aviäre Influenzaviren werden durch Zugvögel übertragen. Kann ich die Rastplätze unbedenklich besuchen?
Ja. Der Besuch von Vogelrastplätzen ist unbedenklich. Zugvögel müssen rasten und fressen. Beunruhigen Sie deshalb die Vögel nicht.

Ist es unbedenklich Vogelparks oder Zoos zu besuchen?
Der Besuch von Vogelparks und Zoos ist unbedenklich.

Was ist zu tun, wenn tote Vögel gefunden werden?
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass tote Vögel an Vogelgrippe gestorben sind. Berühren Sie nicht tote Vögel mit bloßen Händen. Waschen Sie sich in jedem Fall gründlich die Hände mit Seife, wenn Sie mit toten Vögeln in Kontakt gekommen sind. Falls Sie mehrere Vögel tot auffinden, benachrichtigen Sie bitte den zuständigen Amtstierarzt.

Kann mein(e) Katze oder Hunde Vogelgrippe bekommen?
Katzen können sich über Vogelkadaver infizieren. In Sperrbezirken ist deshalb Vorsicht geboten. Bei Hunden wurden in Südostasien Infektionen nachgewiesen, unter den Haltungsverhältnissen in Deutschland dürfte diese Infektionsmöglichkeit keine Bedeutung haben. Hunde sollten jedoch keine Vogelkadaver fressen.

Kann Vogelgrippe bei der Entfernung von Vogelkot von Fenstern, Autos oder aus dem Garten übertragen werden?
Es ist unwahrscheinlich, dass Sie sich auf diese Weise infizieren. Praktizieren Sie eine normale persönliche Hygiene, vermeiden Sie direkten Kotkontakt durch Tragen von Handschuhen oder Nutzung von Plastikbeuteln. Waschen Sie ihre Hände gründlich mit Seife nach Kotberührung.

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Reisen und Einfuhren

Ist es sicher Länder mit Vogelgrippefällen zu besuchen?
Derzeit empfehlen weder die Weltgesundheitsorganisation noch das Auswärtige Amt Reisebeschränkungen. Deshalb unterliegen Sie auch keinen Quarantänebestimmungen bei der Rückkehr. Bei Reisen sollten Sie jedoch die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes beachten. Sie sollten eine gute Hygiene auf Reisen praktizieren, um das Risiko zu minimieren, insbesondere durch

  • Vermeidung von Kontakten zu lebendem Geflügel und Vögeln besonders bei Kindern,
  • Vermeidung von Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen und Sichern einer guten Belüftung der Räume,
  • gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife nach Vogel-, Vogelkot- oder Vogelsekretkontakt,
  • Beachtung einer angemessenen persönlichen und Umfeld- Hygiene,
  • Stärkung der Resistenz durch ausgewogene Ernährung, regelmäßigen Sport, angemessene Ruhepausen und Stressminimierung
  • Beachtung bewährter Hygieneregeln bei der Zubereitung und dem Verzehr von Speisen,
  • kein Verbringen von Esswaren nach Europa.

Soll ich mich gegen Grippe vor der Reise impfen lassen?
Die Grippeimpfung schützt gegen verschiedene Grippevirusstämme menschlicher Herkunft. Sie bieten nur minimalen Schutz gegen Vogelgrippeviren. Dennoch ist die Impfung empfehlenswert. Damit werden die Grippeviren und damit die Möglichkeit, einer Viruskombination aus Viren menschlicher Herkunft und von solchen aus Vögeln reduziert.

Wie kann ein Reisender dazu beitragen, dass sich die Vogelgrippe nicht weiter ausbreitet?
Der Beitrag liegt in einem umsichtigen Verhalten, das jederzeit umgesetzt werden kann durch

  • Information über die Tierseuchen- und Gesundheitssituation des Reiselandes z.B. beim Außenministerium oder einem erfahrenen Arzt,
  • Auswahl einer leicht zu reinigenden, möglichst kochfesten und bügelbaren Reisebekleidung,
  • Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen (keine illegale Einfuhr von Vögeln, Geflügelprodukten und unbehandelten Trophäen)
  • Rückführung sauberer Kleidung nach Kontakt mit Vögeln (vor der Rückreise wird verschmutzte Bekleidung > 70°C gewaschen, gebügelt und sauber eingepackt)
  • sauberes Schuhwerk,
  • gründliche Körperwäsche vor der Heimreise,
  • Einhalten einer 72 stündigen Karenzzeit nach der Rückkehr vor Betreten von Geflügel- und Schweinebeständen; Betreten nur in betriebseigener Schutzkleidung

Was mache ich, wenn ich im Ausland erkranke?
Wenden Sie sich an einen örtliche Arzt. Treten Sie die Rückreise erst an, wenn Sie wieder fit sind.

Was mache ich, wenn ich glaube, dass ich Vogelgrippe nach Rückkehr aus dem Ausland habe?
Wenden Sie sich unverzüglich an ihren Arzt und informieren Sie ihn über ihre Reise.

Werden Vogelgrippeviren mit illegalen Vogeleinfuhren eingeführt?
Ja. Influenza-A-Virus H5N1 wurde bei Grenzkontrollen nachgewiesen: 2005 bei Tauben in Malaysia, 2004 bei Adlern in Belgien und bei Enten in Taiwan. Deshalb hat die Verhinderung des Eintrages des Virus durch illegale Vogeltransporte oder Vogelerzeugnisse entscheidende Bedeutung.

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Jagd und Jagdreisen

Kann man die Jagd auf Flugwild überhaupt betreiben?
Ja, Einschränkungen der Flugwildjagd sind nicht erforderlich, sofern nicht in Sperrbezirken ein Jagdverbot erteilt wurde.

Müssen "vorsorglich" irgendwelche Vogelbestände verschärft bejagt werden?
Nein. Eine verschärfte Bejagung führt nur zur vorübergehenden Vergrämung. Eine Vergrämung kann in Hofanlagen von großen Geflügelanlagen im Einzelfall sinnvoll sein. Eine generelle Reduktion von Vogelbeständen hat nur einen kurzzeitigen Effekt, da es in kürzester Zeit zum Wiederanflug kommt.

Welche Flugwildarten können betroffen sein?
Grundsätzlich können alle Flugwildarten infiziert werden. Allerdings dürfte sich die Infektion nur an Standorten mit massivem Wasservogelbesatz ausbreiten, an denen eine intensive Erregerverbreitung über direkten Kontakt, Kot oder mit Kot verschmutzten Stand- und Fließgewässern möglich ist.

Ist die Vogelgrippe auf andere Wildarten übertragbar?
Grundsätzlich können Vogelgrippeviren die Artenbarriere überschreiten. Dies ist äußerst selten und gelingt nur bei intensivem Kontakt. Auf Grund der Empfänglichkeit von Haus- und Wildschweinen für Influenzaviren von Vögeln und Menschen sollten diese möglichst nicht Infektionsmöglichkeiten ausgesetzt werden. Entsorgen Sie deshalb Aufbruch von Flugwild und tote Vögel Schweine sicher.

Wie ist die Gefahr für Bayern einzuschätzen?
Die Einschleppungsgefahr in bayerische Geflügelhaltungen wird in erster Linie verursacht über die illegale Einfuhr von Vögeln, Geflügelprodukten, Reiseproviant und unbehandelten Jagdtrophäen aus Risikoregionen. Eine weitere Einschleppungsmöglichkeit besteht durch das Rückführen von mit Vogelkot verschmutzter Kleidung.

Daneben besteht eine Übertragungsmöglichkeit auch über infizierte Zugvögel. Allerdings liegt Bayern außerhalb der Hauptflugrouten. Ob Zugvögel das H5N1-Virus erst 2005/06 nach Bayern verbracht haben oder die Nachweise auf die erhöhte Aufmerksamkeit und Untersuchungsdichte zurückzuführen sind, kann derzeit nicht entschieden werden. Es ist jedoch anzunehmen, dass H5N1 schon seit längerem mit den Vögeln weltweit zirkuliert. Vogelkadaver sollten in jedem Fall sachgerecht entsorgt und nicht direkt berührt werden (Plastiktüte überstülpen). Aufmerksam sind die Gebiete um die oberbayerischen Seen, Speicherseen, Flüsse und große Teichwirtschaften zu beobachten, um größere Vogelsterben frühzeitig zu erkennen.

Welche Anzeichen zeigt erkranktes Flugwild?
Typischerweise tritt die Krankheit plötzlich 1 – 2 Tage nach einer Infektion auf. Die Vögel können Kopfschwellungen durch Ödeme, blutrote Verfärbungen des Kammes und der Kehllappen, Atemnot, Mattigkeit, Durchfall, Appetitlosigkeit und Benommenheit zeigen. Allerdings muss das nicht sein und auch sind diese Krankheitserscheinungen nicht beweisend für die Vogelgrippe. Viele Tiere sterben, bevor sie solche Krankheitszeichen entwickeln können. Ein Verdacht ist in jedem Fall gegeben, wenn viele Vögel gleichzeitig erkranken.

Welche Merkmale treten bei verendetem Flugwild auf?
Verendete Tiere weisen unter Umständen Kopfschwellungen, dunkle Kopfanhänge, Sekretspuren am Gesicht und Verletzungen im Afterbereich auf. Ein Verdacht ist dann gegeben, wenn im Revier viele Vögel gleichzeitig in kurzer Zeit verenden.

Wie groß ist das Gefährdungspotential für Hund und Mensch bei direktem Kontakt zu erlegten Stockenten?
Derzeit besteht für den Menschen keine Gefahr, wenn normale Hygieneregeln beachtet werden. Stockenten sind standorttreu – auch bei einem Auftreten von Vogelgrippe in Deutschland wird die Infektion von Stockenten sehr selten sein. Bisher wurde kein Fall beschrieben, bei dem ein Hund durch eine Infektion mit Vogelgrippeviren erkrankte. Infektionen von Hunden sind möglich, aber dies setzt die Aufnahme großer Virusmengen voraus. Dies wäre nur denkbar, wenn Hunde große Virusmengen beim Fressen von erkrankten Vögeln oder Vogelkadavern aufnehmen würden.

Inwieweit sind Jäger/Treiber von einer Infektion der Vogelgrippe bedroht? Ist es möglich, dass sich der Mensch über Wildvögel mit dem Virus infiziert?
Trotz der einzelnen Virusnachweise besteht derzeit in Deutschland kein Infektionsrisiko. Erkrankungen beim Menschen wurden bisher nur nach intensivem Tierkontakt beschrieben. Derartige enge Kontakte sind auf der Jagd in der Regel nicht gegeben. Berührungen mit krank erlegten Tieren sind auf ein Mindestmaß zu beschränken. Bei Treibjagden sollte vor dem Essen die Möglichkeit bestehen, die Hände mit Seife zu waschen. Messer, die zum Aufbrechen benutzt wurden, sollten nicht zum Essen verwendet werden.

Müssen die Jäger die Vogel-Fütterungen / -Kirrungen beim Abbau speziell reinigen / desinfizieren?
Jagdeinrichtungen sollten vor dem Abbau aus hygienischen Gründen von Kot gereinigt werden, damit werden 95% der möglicherweise vorhandenen Keime entfernt. Sonneneinstrahlung besorgt normalerweise den Rest.

Ist es momentan ratsam, Fasan oder anderes Federwild überhaupt zu füttern?
Futterstellen sind dann ratsam, wenn Futtermangel besteht. Gegen die Fütterung an geeigneten Orten - nicht jedoch in Gewässernähe - ist nichts einzuwenden.

Sollte der Jäger beim Beschicken der Vogel-Fütterungen Schutzkleidung und/oder Atemmaske tragen?
Das ist nicht notwendig. In Sperrgebieten sollte nicht gefüttert werden.

Ist der Jagdhund beim Apportieren von erkranktem Wild gefährdet?
Nein. Es ist unwahrscheinlich, dass Hunde an Vogelgrippe erkranktes Wild apportieren.

Kann der Hund das Virus auf den Menschen übertragen, auch wenn er selbst nicht erkrankt?
Infektionen mit H5N1-Viren wurden in Asien nachgewiesen. Unter unseren Haltungsbedingungen und Fütterungsgewohnheiten ist das sehr unwahrscheinlich. Eine Virusausscheidung durch Hunde ist bis heute nicht bekannt geworden. Es handelt sich daher um eine sehr "theoretische Fragestellung".

Sind auch Beizvögel gefährdet?
Das Risiko ist äußerst gering. Greifvögel schlagen gehäuft schwache oder durch Krankheit geschwächte Tiere, so dass sie vergleichsweise häufig mit Krankheitserregern in Kontakt kommen. Mit der Evolution haben sie sicher unspezifische Abwehrmechanismen entwickelt. Diese schützen natürlich nicht in jedem Fall. Beizvögel sollten daher geschlagenes Wild so wenig wie möglich atzen können, nicht mit Geflügelfleisch zweifelhafter Herkunft gefüttert werden und Wildvogel sicher gehalten werden, d.h. die Haltung sollte den direkten Kontakt und den Eintrag von Kot verhindern. Dies ist bei der üblichen Haltung mit Tränkung von Trinkwasser gegeben. In Sperrgebieten wäre es bedenkenswert, die Vogelbeizjagd vorübergehend einzustellen.

Müssen verendete Tiere irgendwo gemeldet werden bzw. zur Untersuchung gebracht werden?
Bei Seuchenverdacht - Vogelgrippe ist eine anzeigepflichtige Seuche - sind Jäger als Sachkundige zur Anzeige verpflichtet. Die Anzeige erfolgt an den zuständigen Amtstierarzt oder die zuständige Polizeibehörde. Bei Auffinden einer größeren Zahl verendeter Vögel oder Tiere mit unklarer Todesursache sollte man die zuständigen Stellen immer unterrichten.

Ist der Verzehr von erkranktem Flugwild ratsam?
Nein. In keinem Fall.

Können erlegte Tiere im Revier ausgenommen werden?
Grundsätzlich ja; kranke Wildvögel sollten nach dem Erlegen direkt entsorgt werden. Vorzuziehen ist aber ein Raum, in dem die Tiere und der Aufbruch bei gutem Licht beurteilt werden können. In jedem Fall sollte der Aufbruch von Flugwild sachgemäß entsorgt werden, ohne dass Schweine oder Hausgeflügel an ihn gelangen können. Der sicherste Entsorgungsweg führt über die Abfalltonne von Metzgereien zur Tierkörperbeseitigungsanstalt. Dieser Weg sollte bei Anfall größerer Aufbruchmengen nach Wassertreibjagden vorab verabredet werden.

Was ist beim Ausnehmen und Rupfen von Flugwild zu beachten?
Spezielle gegen Vogelgrippe gerichtete Maßnahmen müssen nicht ergriffen werden. Krankheitsverdächtige Tiere sollten nicht geöffnet werden und direkt entsorgt werden. Um einwandfreie Lebensmittel zu gewinnen, ist jedoch hygienisch zu arbeiten. Das Ausnehmen sollte mit Einmalhandschuhen erfolgen. Während des Ausnehmens und Rupfens sollte nicht gegessen, getrunken oder geraucht werden. Nach dem Ausnehmen und Rupfen sind Hände, Tische und Messer gründlich mit Seife, Spülmittel und heißem Wasser zu reinigen.

Vor dem Rupfen sind die Tiere gründlich heiß (> 70° C) zu überbrühen. Das tötet Vogelgrippeerreger zum Teil ab und unterbindet die Staubentwicklung.

Wie kann der Jäger auf Jagdreisen dazu beitragen, dass sich die Vogelgrippe nicht weiter ausbreitet?
Der Beitrag liegt in einem umsichtigen Verhalten durch

  • Information über die Tierseuchen- und Gesundheitssituation des Reiselandes z.B. beim Außenministerium oder einem Tropen erfahrenen Arzt,
  • Auswahl einer leicht zu reinigenden, kochfesten und bügelbaren Reisebekleidung,
  • Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen (keine illegale Einfuhr von Vögeln, Geflügelprodukten und unbehandelten Trophäen),
  • Rückführung sauberer Kleidung (vor der Rückreise wird verschmutzte Bekleidung gewaschen, gebügelt und sauber eingepackt),
  • sauberes Schuhwerk bei der Rückkehr,
  • gründliche Körperwäsche vor der Heimreise,
  • Einhalten einer 72 stündigen Karenzzeit nach der Rückkehr vor Betreten von Geflügel- und Schweinebeständen möglichst nur in betriebseigener Schutzkleidung.

Ist Vorsicht im Ausland bei Vogelmärkten geboten?
In Risikogebieten sollten intensive Vogel- und Geflügelkontakte und damit Vogelmärkte gemieden werden.

Können mit Vogelpräparaten Viren eingeschleppt werden?
Ja, wenn sie nicht sachgemäß behandelt sind.

Muss man im Ausland beim Essen aufpassen?
Geflügelerzeugnisse und Eier sind leicht verderblich. Deshalb sollten sie hygienisch zubereitet werden. Geflügelfleisch sollte ausreichend erhitzt werden (über 70°C) und Eier gekocht werden. Bestellen Sie deshalb gut durchgegartes Fleisch und harte Eier.
Rohes Geflügelfleisch und Eier sollten getrennt von übrigen Speisen zubereitet werden. Geräte und Hände, die mit rohem Geflügelfleisch und Eier in Berührung gekommen sind gründlich mit Seife und heißem Wasser waschen, bevor Sie mit zubereiteten Speisen oder anderen Nahrungsmitteln, die roh verzehrt werden, in Berührung kommen.

In Regionen mit Vogelgrippeausbrüchen sollte man auf den Verzehr von Geflügelprodukten verzichten.

Gibt es in Deutschland Schutzimpfungen?
Nein, es ist auf Grund der Variabilität der Vogelgrippeviren derzeit nicht möglich, einen wirksamen Impfstoff im Voraus herzustellen. Deshalb ist geplant, kurzfristig aus den Viren, die Deutschland erreichen, einen Impfstoff herzustellen. Grundsätzlich empfiehlt es sich auch für Jäger, den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Institutes zu folgen und sich jährlich gegen Grippe (Influenza) und alle 6 Jahre gegen Pneumokokken impfen zu lassen. In jedem Fall, wenn

  • man häufig mit Menschen in Kontakt ist (Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäuser),
  • auf Grund anderer Grundleiden (z.B. Diabetes, Asthma) eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung hat oder
  • über 60 Jahre alt ist (In den USA wird die Pneumokoken- Impfung ab 50 Jahren empfohlen).

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Angelfischerei

Kann man an Gewässern, an denen tote Wasservögel gefunden werden, noch bedenkenlos angeln?
Ja. Die Vogelinfluenzaviren sind durch die Evolution an eine Körpertemperatur von Säugern und Vögeln angepasst. Nur unter diesen Bedingungen vermehren sie sich. Da Fische wechselwarm sind und Wassertemperaturen bei uns derartige Temperaturen unter natürlichen Bedingungen nie erreichen, ist eine Virusvermehrung nicht möglich.

Kann man geangelte Fische überhaupt noch essen?
Eine Kontamination der gefangenen Fische äußerlich (beim Anlanden in Verbindung mit Vogelkot von Enten, Schwänen und Gänsen im Uferbereich) oder innerlich (im Magen- Darmtrakt, weil Fische Vogelkot gefressen haben) ist zwar denkbar, eine Gefährdung des Menschen aufgrund der sehr starken Verdünnung durch das Wasser oder durch die Entfernung der Eingeweide bei der Schlachtung der gefangenen Fische sowie die Erhitzung vor dem Verzehr auszuschließen.

Wie gefährlich ist der Vogelkot im Uferbereich, mit dem unsere Stiefel in Berührung kommen?
Stiefel und Angelgerät sollten am Gewässer gründlich gereinigt werden. Soweit Hände verschmutzt sind, sind sie mit Seife zu waschen.

Sollen wir tote Wasservögel selbst aus dem Wasser bergen?
Die bayerische Veterinärverwaltung empfiehlt grundsätzlich, die Bergung kranker und toter Vögel den zuständigen Behörden zu überlassen, die mit angemessener Schutzkleidung die Tiere ordnungsgemäß entsorgen. Nur Ansammlungen gleichzeitig erkrankter Vögel sollen gemeldet werden. Man sollte die Tiere jedoch nicht mit bloßen Händen anfassen.
Wer besonders vorsichtig sein möchte, kann sich die Hände mit einem Alkohol (70%ger) getränktem Papierhandtuch abreiben.

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Grippe - Pandemie

Was ist eine Influenza-Pandemie?
Eine Grippe-Pandemie ist ein weltweiter Krankheitsausbruch der ausbricht, wenn ein neues Influenza A-Virus in der Bevölkerung auftritt, schwere Erkrankungen hervorruft und rasch von Mensch zu Mensch übertragen wird.

Welche Influenza-Pandemien sind bekannt?

  • 1918/19 Spanische-Grippe (A(H1N1)) 50 Mio Tote weltweit
  • 1957/58 Asiatische-Grippe (A(H2N2)) 1 Mio Tote
  • 1968/69 Hongkong-Grippe (A(H3N2)) 700.000 Tote

Unterscheidet sich die Grippe-Pandemie von der Grippe die jedes Jahr auftritt?
Ja. Die jährlich auftretenden saisonalen Grippeausbrüche oder Grippeepidemien werden durch Virussubtypen hervorgerufen, die schon in der Bevölkerung zirkulieren. Das bedeutet, in der Bevölkerung gibt es bereits teilweise eine Immunität. Die Virustypen sind bekannt oder können vorhergesagt werden, so dass gegen sie eine Schutzimpfung durchgeführt werden kann. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Schutzimpfung gegen saisonale Grippe als Standardvorbeuge.
Eine Grippe-Pandemie wird durch ein vollständig neues Virussubtyp hervorgerufen. Deshalb hat die Bevölkerung keine Immunität. Ein derartiges Virus könnte sich deshalb sehr schnell ausbreiten, bevor ein Impfstoff verfügbar ist, eine große Personenzahl infiziert und wahrscheinlich längere Krankheits- und Todesfälle hervorgerufen werden. Auf Grund der ständigen Veränderungen bei Influenza-Viren kann der Zeitpunkt und der Verlauf einer neuerlichen Pandemie nicht vorhergesagt werden.

Wie breitet sich eine Grippe-Pandemie aus?
Grippepandemien werden von Mensch zu Mensch durch Atemsekrete auf drei Wegen verbreitet

  • über Tröpfcheninfektionen (d.h. Husen, Niesen),
  • durch Berührungsinfektionen (Berühren von Dingen, die von Atemsekret kontaminiert wurden und dann durch Berühren des Mundes, der Augen oder der Nase,
  • durch Staub- und Tröpfcheninfektionen über die Luft bei Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen.

Welche Krankheitserscheinungen ruft eine Grippe-Pandemie hervor?
Die Symptome gleichen der saisonalen Grippe z.B. plötzlicher Fieberanstieg > 38°c, Husten, Niesen, Muskelschmerzen, Müdigkeit, rauer Rachen und laufende Nasen.

Wie schnell entwickeln sich die Krankheitssymptome und wie lange dauern sie?
Krankheitssymptome entwickeln sich 2-7 Tage nach einer Infektion und dauern eine Woche.

Worin besteht das Risiko einer Grippe-Pandemie?
Ein Grippe-Pandemie-Virus ist ein neues Virus, gegen das die Bevölkerung keine Immunität hat. Deshalb haben alle Altersgruppen ein Risiko. Es ist nicht möglich abzuschätzen wer besonders betroffen ist. Frühere Pandemien haben unterschiedliche Altersgruppen unterschiedlich schwer betroffen.

Kann eine Grippe-Pandemie Todesfälle hervorrufen?
Ja. Es gibt jedoch Behandlungsmöglichkeiten.

Wie wird eine Grippe-Pandemie behandelt?
Die Hauptbehandlungsmaßnahmen sind Ruhe, angemessene Flüssigkeitsaufnahme und Erholung, fiebersenkende und antivirale Mittel. Bei Krankheiten wie der bakteriell bedingte Lungenentzündung Antibiotika. Schwere Fälle erfordern eine Krankenhauseinweisung, Sauerstofftherapie und ggf. künstliche Beatmung.

Wie steht es mit einer antiviralen Therapie?
Die Behandlung von Kranken mit antiviralen Mitteln wird von der WHO empfohlen, wenn der Behandlungsbeginn innerhalb von 48 h nach Krankheitsbeginn erfolgt.

Wie kann man sich und andere vor der Grippe-Pandemie schützen?
Neben der Behandlung mit antiviralen Mitteln gibt es die Möglichkeit sich vor Atemwegserkrankungen zu schützen durch

  • allgemeine Hygiene-Maßnahmen insbesondere regelmäßiges Händewaschen auch vor den Mahlzeiten,
  • Husten-Nies-Hygiene (Wegdrehen, Bedecken des Mundes und der Nase mit Taschentüchern, entsorgen der Taschentücher, Händewaschen),
  • bei Unwohlsein Kontakte auf geschlossenen öffentlichen Plätzen sowie Kindern und Personen mit anderen Erkrankungen soweit möglich meiden,
  • beim Arztbesuch die Rezeption auf die Symptome aufmerksam machen, um getrennt von anderen sitzen evtl. Gesichtsmaske anlegen,
  • Erhalt einer guten allgemeinen Gesundheit, Auffrischung der empfohlenen Impfungen wie gegen Influenza oder Pneumokokken.

Wie steht es um Impfstoffe während einer Grippe-Pandemie?
Die Impfstoffe gegen die saisonale Grippe schützen nicht vor einer Grippe-Pandemie. Aber sie reduzieren die zirkulierenden Grippe-Viren. Damit werden durch saisonale Grippe hervorgerufene Krankheitsfälle reduziert. Für Personen, die mit Geflügel oder Schweinen arbeiten, reduziert dies die Möglichkeit der Entstehung neuer Viruskombinationen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen Personen sich gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen. Diese Impfung ist jährlich zu wiederholen. Während einer Grippe Pandemie sind bakteriell bedingte Folgekrankheiten wie Pneumokokken Lungenentzündungen zu erwarten. Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen Personen über 60 und Personen mit anderen chronischen Grundleiden (wie Asthma, Diabetes) sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Diese Impfung muss alle 6 Jahre aufgefrischt werden.

Was unternimmt die Bundesregierung gegen die Grippe-Pandemie?
Die Fachbehörden haben einen Pandemieplan verabschiedet, nach dem im Falle eines Ausbruches vorgegangen wird.

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