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tiergesundheitsdienst bayern e.V.

Kompe­tenz und Erfah­rung in Tier­gesund­heit und Lebens­mittel­sicher­heit

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Staatliche Förderung für Analysen beim Bienengesundheitsdienst

Datum: 23.03.2020   Autor: A. Schierling

Die Analysen des Bienengesundheitsdienstes werden durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit Mitteln des Freistaates Bayern gefördert. Vorbehaltlich vorhandener Mittel im Jahresbudget können einige Analysen vollständig aus Fördermitteln finanziert werden, bei anderen Analysen wird ein geringer Teil der entstehenden Kosten an den Auftraggeber verrechnet (s.u.). Förderberechtigt sind grundsätzlich ausschließlich Imkerinnen und Imker mit Wohnsitz in Bayern.
Das Jahresbudget des BGD wird gegen Ende des jeweiligen Vorjahres festgelegt. Sind alle Fördermittel des laufenden Jahres aufgebraucht, so sind auch keine geförderten Analysen mehr möglich. Wenn absehbar wird, dass das verfügbare Förderbudget nicht bis zum Jahresende reichen könnte, so wird der BGD über die Imkerverbände und auf der Homepage des TGD Bayern e.V. darüber informieren.

Bitte beachten Sie:
Da die Förderung durch den BGD verwaltet wird, können ausschließlich über den BGD veranlasste Analysen bezuschusst werden. Senden Sie Ihre Proben deshalb bitte immer zum BGD ein, wenn Sie die Förderung in Anspruch nehmen möchten. An anderen Instituten oder bei Unternehmen in Auftrag gegebene Untersuchungen können nicht nachträglich gefördert werden.

Bitte halten Sie sich bei allen Einsendungen genau an die im jeweiligen Merkblatt beschriebenen Anweisungen und geben Sie alle geforderten Informationen auf dem Untersuchungsantrag an.

Im Folgenden sind die beim BGD möglichen Analysen inkl. der entsprechenden Möglichkeiten der Förderung gelistet. Bei Unklarheiten zu Probenkontingenten, Förderbudget oder den Förderbedingungen sowie bei weiteren Fragen nehmen Sie bitte noch vor der Probeneinsendung Kontakt zum dem BGD auf.


Diagnostik von Bienenkrankheiten und weitere Analysen mit Relevanz für die Bienengesundheit

Viele Bienenkrankheiten können durch erfahrene Imker*innen anhand ihrer Symptome direkt am Bienenstand diagnostiziert werden. Fehlt die imkerliche Erfahrung, so können Bienensachverständige (BSV) oder die staatlichen Fachberater für Bienenzucht hinzugezogen werden. Trotz aller Fachkompetenz ist jedoch oft eine labordiagnostische Untersuchung unerlässlich, um die Ursache der beobachteten Symptome zu erklären oder kritische Infektionen ausschließen zu können. Über die Aufklärung akuter Erkrankungen hinaus werden allen Imker*innen die prophylaktischen Untersuchungen in Futterkranzproben zur Früherkennung eines Eintrages von Sporen des Erregers der Amerikanischen Faulbrut (Paenibacillus larvae) dringend empfohlen.

Die Unterstützung der bayerischen Imkerschaft bei der Gesunderhaltung ihrer Bienenvölker ist Kernaufgabe des BGD. In den spezialisierten Laboreinheiten des TGD Bayern e.V. können alle relevanten Untersuchungen zu Erkrankungen der Honigbiene durchgeführt werden. Alle diagnostischen Leistungen werden für Imker*innen mit Wohnsitz in Bayern grundsätzlich vollständig aus Fördermitteln finanziert.

Auch Rückstandsbelastungen o.ä. können zu einer Beeinträchtigung der Bienengesundheit führen. Ist die Relevanz für die Bienengesundheit begründbar (z.B. Brutschäden wegen Verdachts auf Wachsverfälschung), so werden auch alle rückstandsanalytischen Untersuchungen im notwendigen Umfang ohne Verrechnung eines Eigenanteils durchgeführt. In entsprechend begründeten Fällen gilt dies auch für die gesamte Wachs-/Honig- und Pollenanalytik.

Wenn Sie Proben zur Klärung möglicher Ursachen von Volksverlusten oder Krankheitssymptomen einsenden wollen, so nehmen Sie bitte vor der Probeneinsendung Kontakt mit dem BGD auf. Weitere Informationen zu Probennahme und Versand entnehmen Sie bitte unseren Merkblättern.

Achtung:
Untersuchungen zu Bienenvergiftungen können beim BGD nicht durchgeführt werden! Die hierfür zuständige Stelle ist die Untersuchungsstelle für Bienenvergiftungen (UBienV) des Instituts für Bienenschutz am Julius Kühn-Institut in Braunschweig (s. Gesetzlich geregelte Spezialfälle: Bienenvergiftung).

Förderung von Analysen in Bienenwachs (Rückstände/Verfälschungen)

Bienenwachs ist sehr häufig durch Rückstände aus Varroa-Bekämpfungsmitteln, in Einzelfällen durch Pflanzenschutzmittel oder weitere Biozide kontaminiert. Des Weiteren tauchen immer wieder "Bienenwachse" auf, die durch Beimischungen von Fremdwachsen (Paraffine, Stearin etc.) oder weitere Komponenten gestreckt sind. Mit Rückständen kontaminiertes Wachs kann zu Wirkstoffübergängen in den Honig führen, die im Extremfall einen Verlust der Verkehrsfähigkeit des Honigs nach sich ziehen. Verfälschungen in Mittelwandwachs führen zu instabilen, z.T. kollabierenden Waben (v.a. Paraffin-Beimischung) oder absterbender Brut (v.a. Stearin-Beimischung).

Der BGD führt Analysen in Bienenwachs hinsichtlich Belastungen durch Rückstände oder Verfälschungen durch. Die Analysen werden vollständig aus Fördermitteln finanziert (vorbehaltlich ausreichend verfügbarer Mittel im Jahresbudget). Zu beachten ist jedoch, dass pro Person nur eine Untersuchung gefördert wird.
Bayerische Imkerinnen und Imker haben somit die Wahl ihre Wachsprobe ohne Eigenanteil entweder hinsichtlich Rückständen aus Bienenarznei- und Pflanzenschutzmitteln oder hinsichtlich Verfälschungen analysieren zu lassen.

Informationen zu Probennahme und Versand entnehmen Sie bitte unserem Merkblatt zur Einsendung von Wachsproben zur Analytik in der Rubrik Merkblätter.

Förderung von Analysen in Honig, Pollen und Bienenbrot (Rückstände/Qualität/Sorte)

Werden von Bienen beflogene Flächen mit Wirkstoffen behandelt, so sind die eingesetzten Verbindungen häufig in den später geernteten Bienenprodukten nachweisbar. Zusätzlich existieren diverse weitere Quellen von Rückständen in Honig oder Pollen. Im ungünstigsten Fall können die Kontaminationen zum Verlust der Verkehrsfähigkeit der Bienenprodukte führen.
Beim BGD können Rückstandsanalysen in Honig oder Pollen sowie Qualitäts- und Sortenuntersuchungen in Honig in Auftrag gegeben werden. Pro Imker*in und Jahr können bis zu fünf Analysen in Honig plus bis zu fünf Analysen in Pollen mit Fördermitteln bezuschusst werden. Dem Auftraggeber steht es hierbei frei, alle fünf Analysen in einer einzigen Probe durchführen zu lassen, oder aber die Analysen auf mehrere Proben zu verteilen.

Die Untersuchungen dienen der Sicherstellung von Qualität und Rückstandsfreiheit von Honig oder Pollen vor der Vermarktung. Die anfallenden Kosten für Honig-/Pollenanalysen sind nicht vollständig durch Fördermittel abgedeckt, sondern sind anteilig vom Auftraggeber zu tragen.
Für die Förderung sind keine Meldescheine, Einsendefristen oder ein Vorstrecken von Analysekosten notwendig. Sobald eine Honig- oder Pollenprobe beim BGD eingeht, wird die angeforderte Untersuchung veranlasst. Nach Übermittlung der Ergebnisse der Analysen an den Auftraggeber erhält dieser eine Rechnung über den selbst zu tragenden Restbetrag, von dem der durch Fördermittel abgedeckte Anteil bereits abgezogen ist (vorbehaltlich ausreichend verfügbarer Fördermittel im Jahresbudget).

Die Liste der geförderten Analysen, die Höhe des fälligen Eigenanteils sowie Informationen zu Probennahme und Versand entnehmen Sie bitte unserem Merkblatt zur Rückstandsanalytik und Qualitäts-/Sortenbestimmung von Honig in der Rubrik Merkblätter.

Achtung:
Analysen zu den Parametern Hydroxymethylfurfural-Gehalt (HMF), Diastase-Aktivität und dem Verhältnis Fructose/Glucose (F/G) in Honig sind möglich, werden aber nicht bezuschusst. Hier müssen die Analysekosten vollständig vom Auftraggeber getragen werden.

Förderung weiterer Untersuchungen innerhalb von Projekten

Neben den allen Imker*innen Bayerns gefördert zur Verfügung stehenden Routineanalysen führt der BGD mitunter auch Untersuchungen innerhalb speziell aufgelegter Projekte durch. Hierunter fallen z.B. Monitorings zu Bienenkrankheiten oder dem Auftreten bestimmter Rückstände in Bienenprodukten sowie die Klärung neuer Fragestellungen. Unabhängig von Probenmaterial oder Untersuchungsmethode werden die Analysekosten hierbei i.d.R. vollständig durch Fördermittel gedeckt.
Entsprechende Projekte werden vorab im Bereich Informationen angekündigt. Bayerische Imkerinnen und Imker können sich nach der Ankündigung der Projekte um die Teilnahme bewerben. Die Projektteilnehmer werden anschließend durch den BGD ausgewählt. Den Entscheidungen liegen hierbei primär die Erfüllung vorab definierter Voraussetzungen durch die Interessenten und der Zeitpunkt der Bewerbung zugrunde. Ist die Maximalzahl an Teilnehmer*innen erreicht, können auch keine weiteren Imker*innen mehr für das Projekt berücksichtigt werden.